Ein Idiot ist ein Idiot ist ein Idiot …

Wenn sich jemand mir (oder jemand anderem) gegenüber scheiße verhält, nenne ich ihn einen Idioten. Das kennen wir alle und wird auch weitest gehend in der Gesellschaft akzeptiert. Wenn ich mich jemandem gegenüber scheiße verhalte und er nennt mich eine blöde Kuh, muss ich damit leben. Immerhin weiß ich ja, dass ich mich scheiße verhalten habe. Was ich damit sagen will: Wenn jemand doof behandelt wird, hat derjenige das Recht seinem Unmut in angemessenem Maße Ausdruck zu verleihen. Und derjenige, der jemand anderen doof behandelt hat, muss das dann auch aushalten können, ohne dass die Situation eskaliert.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass da ganz viele Menschen meiner Meinung sind – unabhängig von deren Herkunft, Religion, Lebensart oder politischer Gesinnung.

Aber eines stört mich seit ein paar Jahren massiv. Nämlich die Tatsache, dass eben nicht alle Menschen gleich sind und dass eben nicht jeder, der ein Idiot ist auch als solcher betitelt werden darf. Sage ich Idiot zu einem älteren Menschen, habe ich keinen Respekt vor dem Alter. Sage ich Idiot zu einem Ausländer, bin ich ausländerfeindlich. Sage ich Idiot zu einem Juden, bin ich ein Antisemit. Sage ich Idiot zu einem Linken, bin ich rechts. Sage ich Idiot zu einem Rechten, bin ich links. Sage ich Idiot zu einem Behinderten, bin ich unsensibel. Sage ich Idiot zu einem Schwulen, bin ich schwulenfeindlich. Sage ich Idiot zu einem Mann, bin ich eine Emanze.

Das Beste an dieser Situation ist aber, dass es mittlerweile gar nicht mehr immer die Beschimpften sind, die sich darüber echauffieren. Es sind meistens Dritte, die mit diesem Konflikt gar nichts zu tun haben.

Freunde … das geht so nicht. Ein Idiot ist ein Idiot! Mir egal, wo er herkommt, an was er glaubt oder was er macht, wen er vögelt oder was er isst bzw. nicht isst. Wer sich scheiße verhält, muss damit rechnen dafür gerügt zu werden.

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