Einfach mal ausprobieren

Vor einiger Zeit, ich denke mal vor ca. zwei oder drei Jahren, kam mir langsam der Gedanke, dass sich gewisse Dinge in meinem Leben ändern sollten. Die Ernährung, der Umgang mit Kunststoffen oder die tägliche Körperpflege zum Beispiel.

Du bist was Du isst

Bei der Ernährung ging es mir hauptsächlich darum, übermäßigen Salz- und Zuckerkonsum sowie die allgegenwärtigen Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und Füllmittel abzuschaffen. Auch der Gedanke, Dinge zu essen und gar nicht zu wissen, was eigentlich wirklich da drin ist und was es mit meinem Körper macht und noch viel wichtiger, was mein Körper damit machen kann, hat mir nicht gefallen. Wenn ich von meinem Körper erwarte, dass er vernünftig funktioniert, muss ich ihm auch die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Wenn man sich mit der eigenen Ernährung auseinander setzt, kommen aber zwangläufig noch andere Fragen auf. Was ist das mit dem Palmöl? Wo gibt es das auch in Bio? Lange Rede, kurzer Sinn: Ich koche weitest gehend ohne Fertigprodukte. Ich achte auf die Zutatenlisten. Ich ziehe immer regionale Produkte vor. Gibt es in einem Supermarkt nicht wenigstens Kartoffeln aus Deutschland, verlasse ich den selbigen. Bio mit Verstand einkaufen. Bestimmte Produkte werden seit dem komplett ignoriert. Bestimmte alte Ernährungsgewohnheiten ebenfalls. In einem einmonatigen Selbstversuch habe ich allerdings festgestellt, dass ich auf Dauer nicht über die finanziellen Mittel verfüge, alle meine Einkäufe im Bio-Supermarkt zu tätigen. Klar, Bio gibt’s auch beim Discounter. Da bekomme ich aber viele andere Sachen nicht. Und ob es ökologisch Sinnvoll ist, für jedes Produkt einen anderen Supermarkt anzufahren, kann sich ja auch jeder selbst beantworten.

 

Plastik und Weichmacher bis in die Unendlichkeit – Und noch viiiiiiel weiter

Es gibt drei Dinge, die mich am Kunststoff extrem stören. 1. Die Weichmacher, 2. die Unzerstörbarkeit und 3. die endlosen Müllberge. Ich denke, dazu muss ich nichts erklären. Also habe ich versucht, die Plastikkacke aus meinem Haushalt zu verbannen. Das ist natürlich ein Kampf gegen Windmühlen. Trotzdem habe ich den Kampf aufgenommen. Was mir allerdings nicht in die Tüte kommt, sind Holz-Zahnbürsten. Ich kann Holz im Mund nicht ab. Das ist, wie mit den Fingernägeln über die Tafel zu kratzen. Dabei rollen sich mir die Fußnägel auf. Daher habe ich leider auch ein riesen Problem mit Eis am Stiel. Aber sonst? Stell Dich mal in Dein Badezimmer oder Deine Küche und denke Dir alles aus Kunststoff weg. Was bleibt dann noch übrig? Nichts vielleicht? Mir ist das eindeutig zu viel Müll. Außerdem waren mir die laaaaangen Listen der Inhaltsangaben von Drogerie- und Kosmetikartikeln immer schon suspekt. Der Gedanke, mir das jeden Tag auf die Haut zu schmieren, hat mir nicht gefallen. Dann sind da noch diese furchtbaren Müllinseln in den Weltmeeren und die Mikrokunststoffpartikel. Das muss ja alles nicht sein.

 

Was ich schon unternommen habe:

  • Handwaschseife am Stück auf Luffa-Kissen
  • Tagescreme ist jetzt Bio-Kokosöl im Glastigel mit Metallschraubverschluss
  • Bodylotion? Da wechseln sich jetzt Argan- und Kokosöl ab.
  • Zahnpasta aus dem Bioladen in Metalltube (diese hier will ich aber mal ausprobieren)
  • Haare werden mit Natron gewaschen und mit einem Mix aus Osmosewasser, Zitronensäure und ätherischen Ölen gespült. Beides wird in Glasflaschen angerührt und aufbewahrt.
  • Haarkur ist jetzt Arganöl.
  • Mein Duschgel heißt jetzt „Stück Seife“ ;-)
  • Waschmittel für die Wäsche sind jetzt Waschnüsse.
  • Weichspüler ist jetzt Zitronensäure
  • Loses Obst wird wenn möglich nicht mehr in Tüten gekauft. Habe auch überlegt, ob ich mir einige dieser Re-Säcke zulege. Finde die Idee eigentlich super.
  • Plastiktüten zum Einkaufen habe ich eh noch nie benutzt.
  • Kaufe keine Spülmaschinentabs mehr. Suche aber immer noch nach einer Alternative zu Pulver in Plastiktüten.
  • Die größte Anschaffung, um Plastikmüll zu vermeiden und den Weichmachern zu entkommen, war wohl meine Osmoseanlage. Ich trinke zwei bis drei 1,5 Liter Flaschen stilles Wasser pro Tag. Hast Du mal versucht, stilles Wasser in Glasflaschen zu bekommen? Unmöglich oder unbezahlbar. Von der Schlepperei mal ganz abgesehen. Also musste eine andere Lösung her. Jetzt filtert eine Untertisch-Osmoseanlage mein Trinkwasser. Das wird jetzt auch für die Kaffeemaschine, den Wasserkocher und zum Essen kochen genutzt. Da ich gerne aus der Flasche trinke, habe ich mir bei Flaschenland einige Bügelverschlussflaschen aus Glas gekauft. Die Schickimicki-Öko-Glastrinkflaschen sind mir einfach zu teuer.

 

Ich gebe zu, es ist nicht viel. Aber es ist ein Anfang. Vieles ist auch wirklich schwierig umzusetzen. Hast Du mal versucht, einen Joghurt ohne Kunststoff-Becher zu kaufen? Wenn man Glück hat, gibt es Joghurt in Gläsern. Das ist aber gesüßter Joghurt mit Zusatzstoffen. Ich kaufe nur puren Magermilch-Joghurt. Den gibt es noch nicht mal im Bio-Supermarkt im Glas. Oder Tiefkühlware. Alles in Plastik verpackt. Da ich so gut wie kein Brot esse, muss ich mir zum Glück auch keine Gedanken über die Wurst- und Käseverpackungen machen. Es gibt ein paar Läden in Deutschland, in denen man die meisten Produkte in selbst mitgebrachte Behälter abfüllen kann. Aber leider keinen einzigen in meiner Nähe. Und mit Nähe meine ich nicht „um die Ecke“. Doch nicht nur bei Lebensmitteln ist es wirklich extrem schwer, dem Kunststoff zu entkommen. Klarspüler für die Spülmaschine, diverse Reiniger … alles aber wirklich alles wird in Plastik verpackt.

 

Man muss sicher nicht jedem Blödmannstrend hinterher laufen. Und man muss auch bestimmt nicht autark und selbstversorgerisch im Wald oder auf dem Land leben. Aber ein ist doch klar. Wenn jeder ein paar kleine Dinge an seinem Konsumverhalten ändert, wird es in Summe etwas bewirken. Und trotzdem das Thema Weichmacher wissenschaftlich immer noch umstritten ist, bin ich mir sicher, dass diese Stoffe weder uns noch der Umwelt gut tun. Und wenn man weiß, dass komplette Regenwälder für Palmölplantagen abgeholzt werden, wirft man vielleicht doch lieber mal einen Blick auf die Liste der Zutaten oder Inhaltsstoffe.

 

Probiere es einfach mal aus. Fang mit kleinen Dingen an. Krempel nicht direkt Deinen ganzen Alltag oder Dein ganzes Leben um. Aber gar nichts ändern bringt auch nichts.

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