„Männer“ – Als wären wir alle blöd

Heute bin ich über die Google-Trends auf diverse Zeitungsartikel zu dem brutalen Überfall auf ein Rentner-Ehepaar in Frankfurt-Griesheim gestoßen, bei dem der Rentner an den Folgen gestorben ist. In eigentlich allen Artikeln ist von drei Männern die Rede. Auf allen Seiten ist die Kommentarfunktion deaktiviert.

Nur in der Pressemeldung der Polizei auf presseportal.de wird von osteuropäischen Männern gesprochen. Der Witz an der Sache ist, dass die meisten Artikel den Text der Pressemeldung ansonsten 1:1 übernommen haben. Da stellt sich mir die Frage, was damit von den Zeitungen bezweckt werden soll?

Klar, augenscheinlich will man damit vermeiden, dass sich Fremdenhass regt. Aber der Schuss geht nach hinten los. Denn in Wirklichkeit passiert durch solche Auslassungen doch etwas ganz anderes. Der Leser fühlt sich verarscht und bevormundet. Und dadurch wird er erst mal richtig wütend. Wer lässt sich schon gerne für dumm verkaufen? Und die momentan sehr kritische Meinung der Menschen über die Medien wird dadurch nur noch mehr verstärkt.

Und wenn jetzt jeder mal in sich geht und ganz dolle nachdenkt … und sich vorstellt, dass die Medien niemals die Täteridentität verschweigen, sondern immer nennen würden, sogar bei Deutschen mit Migrationshintergrund … wären dann ausländerfeindlich eingestellte Menschen NOCH ausländerfeindlicher? Wären dann wenig oder gar nicht ausländerfeindlich eingestellte Menschen plötzlich ausländerfeindlich eingestellt? Ich denke nicht. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass diese Verschweigerei alles nur noch schlimmer macht. Weil man sich mittlerweile vorkommt, als würde man in Doofmannshausen leben.

Aber Menschen mit einem funktionierenden Gehirn verurteilen niemanden NUR aufgrund seiner Herkunft. Sondern weil ein Arschloch ein Arschloch ist – egal was in seinem Pass steht oder an welchen Gott er/sie glaubt. Und wenn es unter bestimmten Gruppen ganz besonders viele Arschlöcher gibt, dann ist das wohl ein Problem, über dass man offen reden muss. Denn es muss ja eine Ursache haben.

Probleme zu verschweigen hat noch niemandem geholfen. Es bringt ja auch nichts, Zahnschmerzen zu ignorieren, oder Krebs. Es wird schlimmer, je länger man wartet. Und das ist mit allen Problemen so. Zunächst sollte man vielleicht erst mal ganz objektiv, ohne Vorurteile, ohne Political Correctness untersuchen, ob es denn wirklich eine Häufung von Kriminalität bei bestimmten Gruppen gibt. Wenn das der Fall ist, gibt es ein Problem, dass man durch Verschweigen wohl nicht lösen können wird. Und wenn man es doch verschweigt, zieht man nur den Zorn der Bevölkerung auf sich. Was das gesellschaftliche Miteinander NOCH schwieriger macht.

Wenn in der katholischen Kirche auffällig häufig Kinder missbraucht werden, schreit ja auch nicht jeder sofort, dass alle Christen aus dem Land geworfen werden müssen. Auf sachlicher Ebene wird das Problem identifiziert, die Ursachen spezifiziert und nach Lösungen gesucht. Und wenn die katholische Kirche bei der Aufklärung hilft – umso besser.

Oder wenn ein großer Flugzeughersteller ein Problem mit einem bestimmten Flugzeugtyp hat, der immer wieder an der gleichen Stelle Defekte aufweist. Da würde auch niemand auf die Idee kommen, direkt den ganzen Laden zu schließen oder nie mehr Flugzeuge zu bauen. Und schon gar nicht würde versucht, das Problem zu verschweigen. Erfolgreiche Unternehmen lösen ihre Probleme, in dem sie sie erkennen und offen darüber sprechen, um die Ursachen zu finden und diese auszumerzen.

Anders, liebe Medien, geht es leider nicht.

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