Seher – Ein Blick in die Zukunft oder Träume sind Schäume?

Ich habe mich schon oft gefragt, was Seher eigentlich sehen, wenn sie Visionen haben. Und wie genau passiert das? Der wissenschaftlich denkende Teil meines Gehirns versucht seit langer Zeit, dieses Phänomen zu begreifen. Natürlich kann man das ganze einfach als Lügerei mit viel Phantasie abtun. Und bestimmt sind unter allen Menschen, die behaupten Seher zu sein, auch welche, die einfach etwas erfinden. Aber es gibt ja auch Menschen, die tatsächlich etwas sehen.

Und da mein Gehirn früh morgens direkt nach dem Aufstehen ja besonders frei arbeitet, ist mir soeben eine Idee gekommen. Das Gehirn zeigt jedem Menschen jede Nacht Bilder. Nämlich wenn er schläft. Wir nennen diese Bilder Träume. Viele Menschen erinnern sich zwar nicht an ihre Träume, aber dass sie Träumen, steht fest. Wenn ich mich an meine Träume erinnere, liegen meistens bestimmte Faktoren vor.
a) Ich wache von dem Traum auf (meistens gegen Mitternacht oder früh morgens)
b) Ich bin krank und habe relativ hohes Fieber. Dann schlafe ich auch tagsüber und meistens träume ich dann einen ziemlich abgefahrenen Kram. Ist aber schon lange her.

Was Träume eigentlich sind und warum unser Gehirn das macht, ist immer noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt. Es gibt viele Vermutungen, aber wissenschaftliche Fakten gibt es so gut wie keine. Wie es funktioniert und welche Gehirnregionen am Träumen beteiligt sind, lässt sich ja relativ einfach nachweisen. Aber der Grund, warum das passiert, liegt immer noch im Dunkeln. Heute geht man davon aus, dass das Gehirn durch Träume Geschehnisse verarbeitet und Erlebtes sortiert. Wie eine Defragmentierung. Die vielen Millionen Daten, die unser Gehirn jeden Tag verarbeitet, erleben wir als Tagesablauf. Nachts werden dann die Daten sortiert. Du kannst weg ins Langzeitgedächtnis, du kannst ins Archiv, du wirst ins Verhältnis zu den Daten gesetzt, hier verbinden wir dich mit dem dahinten aus dem Archiv. Sowas in der Art.

Und was hat das jetzt mit Sehern zu tun? Naja, mir kam der Gedanke, dass die meisten Menschen ja Träumen, während sie schlafen. Doch was wäre, wenn das Gehirn das auch im Wachzustand kann? Vielleicht durch eine Art Fehlfunktion? Vielleicht werden durch einen Reiz oder eine Information im Gehirn irgendwelche Hormone ausgeschüttet, die dem Gehirn melden, dass man schläft und jetzt träumen kann. Man sitzt da so rum und denkt an nichts oder macht irgendwas ganz konzentriert und das Gehirn gerät plötzlich in den gleichen Zustand, wie beim Träumen. Und Zack – eine Vision! Vielleicht wäre das eine Erklärung. Aber vielleicht ist es auch einfach nur Bullshit, der meinem noch schlaftrunkenen Hirn entsprungen ist. ;-)

Denn wie immer gilt: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

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