Feierabend … Wochenende :-)

Liebe Leser,

heute mal nix mit Politik und Weltuntergang. Seit Tagen versuche ich nämlich, etwas Nachrichten-Diät zu machen, weil es mich, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, irgendwie runter zieht oder runterzieht oder herunter zieht. (Je nachdem auf welcher Schule man war.)

Heute war ich nach der Arbeit bei „meinem“ real,-. Der Parkplatz war brechend voll, vor den drei Leergutautomaten standen … tja … was stand da eigentlich? Kennt Ihr Güterbahnhöfe? Oder Containerhäfen? So ungefähr sah das da aus. Nur dass zwischen jedem Container noch ein oder zwei Menschen standen. Und da die Leergutannahme im Eingangsbereich des Supermarktes ist, bildeten sich drei Schlagen bis zur Tür. Nachdem ich gefühlte achthundert Mal „Entschuldigung, darf ich mal vorbei?“ gesagt hatte, war ich auch schon im Supermarkt. Denn wenn Menschen eines bis zur Perfektion gebracht haben, dann ist das total ignorant und dumm im Weg herum zu stehen.

Der Supermarkt war, dafür dass der Parkplatz so voll war, aber erschreckend leer. Fast schon entspannend, ja geradezu meditativ. In der Obst- und Gemüseabteilung gibt es neue Waagen. Der Klebezettel kommt jetzt woanders heraus, nämlich unten. Und ich steh da wie doof und denk ‚Wie geht das denn jetzt hier weiter?‘. Bis plötzlich der nette Real-Mitarbeiter sagte: „Ähm, da unten.“ Ahso. Ja das ist natürlich super, wenn der Klebezettel jetzt auf Kniehöhe da raus kommt. Endlich können auch Dreijährige Gemüse abwiegen. Super! Ach ne, können Sie nicht. Denn sie kommen ja nicht an das fancy Touch-Display. Naja, egal.

Meine relativ kurze Einkaufsliste war recht schnell abgearbeitet. Jetzt nur noch eine neue Zahnbürste und dann ab zur Kasse. Nur noch … Also vor ein paar Tagen habe ich mir schon einmal eine Zahnbürste gekauft. Leider habe ich nicht richtig hingesehen und eine der Stufe „hart“ gegriffen. Nachdem ich jetzt drei Tage lang jeden Morgen nach dem Zähneputzen eine Bluttransfusion brauchte, entschied ich heute, mal etwas genauer hinzusehen. Tja … während ich da so stand, ist das Tiefkühlgemüse aufgetaut, draußen wurde es Frühling und der Flughafen BER hat eröffnet. Ne, aber mal im Ernst. Wie viele Zahnbürsten gibt es denn bitte? Okay, ich bin da ja nicht ganz anspruchslos. Weich soll sie sein, aber der Bürstenkopf darf nicht zu groß sein. Eher so Kindergröße. Der Griff sollte aber auch nicht zu kurz sein. Das macht ’ne Scheiß Haptik. Außerdem dürfen die Borsten nicht so dünn sein. Davon bekomme ich Zahnfleischbluten. Und wenn es geht, sollte sie rosa oder Lila sein. Das passt so schön zu meiner restlichen Badezimmereinrichtung. Also habe ich mir die Frage, warum es eine Millionen Zahnbürsten gibt, gerade selbst beantwortet. Tja, meine Wünsche wurden erfüllt. Außer bei der Farbe. Das Leben ist hart, man muss Kompromisse eingehen.

Als nächstes wollte ich noch eine neue Zahncreme. Tja, anderer Artikel – ähnliches Problem. Zumal ich echt gerne auf diese Plastikscheiße verzichten würde. Aber das ist im Zahnpflegesegment unmöglich. Außer, man kauft im Biosupermarkt DIE EINE Zahncreme in einer Metalltube. Für ZEHN EURO! Die spinnen, die Römer … Okay, ich habe mich für ein Mittelklasseprodukt mit wenig Zusätzen für „frischen Atem“ entschieden. Denn wenn ich eines hasse, dann ist es, wenn mir am frühen Morgen oder am späten Abend die Augen tränen, als hätte ich Zwiebeln geschnitten. Und mein Kaffee morgens nach ätherischen Ölen schmeckt, die es so in der Natur gar nicht gibt.

Nachdem die Kassiererin lustlos meine bereits halb aufgetaute Tiefkühlware und den restlichen Einkauf über den Scanner gezogen hat und dich die übliche nervige Frage nach der Payback-Karte mit „nope“ beantwortet habe (irgendwann lass ich mir mal ein T-Shirt auf dem steht „NEIN MANN, ich habe keine verfickte Payback-Karte!“ machen), habe ich meinen Kram zum Auto gebracht und bin nach Hause gefahren.

Für alle, die es noch nicht wissen: Ich wohne im Ruhrgebiet. Feierabendverkehr heißt hier: Gar kein Verkehr. Es verkehrt nämlich nichts, es steht alles nur irgendwie rum. Wer glaubt, New York oder Tokio wären anstrengend, der kann sich gerne mal ab 15:00 Uhr durch Ruhrgebiet bewegen. Aber das aller Schönste ist, wenn es, wie jetzt, schon dunkel ist, 3° und dabei schneit. Es bleibt natürlich nichts liegen. Die Straßen sind einfach nur nass. Aber die angstverzerrten Gesichter hinter den halb beschlagenen Scheiben (warum machen die Leute eigentlich nicht die Heizung im Auto an?) sprechen Bände. OH MEIN GOTT! Eine Schneeflocke! Bei Regen ist es ja schon schlimm. Aber Schnee ist etwas, womit der Autofahrer aus dem Ruhrgebiet nicht umgehen kann. Da wird ihm Angst und Bange. In Gebieten, in denen jeden Winter einfach Schnee liegt, nehmen die Menschen das gar nicht wahr. Im Ruhrgebiet wird Katastrophenalarm ausgerufen. Unfassbar …

Nun ja, jetzt bin ich daheim. Ich habe einen Kaffee vor mir stehen und werde ganz gemütlich das Wochenende einläuten. Ich wünsche Euch einen entspannten Abend und morgen einen schönen Advent, falls das für einen von Euch etwas bedeutet. ;-)

Tschö

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