Aspire Health aka „Der Verteiler“ aus Raumschiff Voyager

Gestern Abend wollte ich gemütlich auf der Couch fernsehen. Beim Zappen blieb ich auf tagesschau24 hängen. Dort kam ein kurzer Bericht zu Aspire Health und was die so vorhaben. Man verwies auf einen längeren Bericht des späteren Abends in der Sendung Panorama.

Ganz kurz gesagt, hat dieses Unternehmen einen Algorithmus entwickelt, der entscheiden soll,ob sich eine Behandlung für einen Patienten noch lohnt. Eine nackte Kosten-/Nutzenrechnung. Sofort fühlte ich mich an eine Folge aus Star Trek Raumschiff Voyager erinnert, die damals mein Moralempfinden stark angepiekst hat.

Star Strek Raumschiff Voyager, Staffel 7, Folge 5, Kritische Versorgung (Critical Care)
Der Holodoc wird von einem Weltraumhehler an ein Krankenhaus auf einem fremden Planeten verkauft. Schnell findet der Holodoc heraus, dass die Patienten dort vom „Verteiler“ beurteilt werden. Eine künstliche Intelligenz, die ebenfalls eine nackte Kosten-/Nutzenrechnung aufmacht und darüber entscheidet, wer wie behandelt werden soll. Ist der Patient für die Gesellschaft wichtig, weil er zum Beispiel einen wichtigen Beruf ausübt, wird er vorzüglich behandelt und bekommt alles, was er zu seiner Genesung benötigt. Ist er jedoch relativ unwichtig, wird der Patient nur notdürftig behandelt oder gar dem Tod überlassen.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich die Folge zum ersten Mal sah. Die Befürchtung, dass so etwas auch bei uns Realität werden könnte, hatte ich damals schon. Und wieder einmal zeigt sich, dass die Menschheit für manche Individuen nichts weiter als ein Haufen Arbeitsdrohnen ist. Denn bekanntlich ist ja nichts grenzenloser als die menschliche Gier. Die Selbstbestimmung des Menschen zersetzt sich langsam. Wie eine Brausetablette im Wasser. Und Alle rufen nur: „Oh schau mal, wie schön das sprudelt.“

In der Panorama-Sendung gibt es zum Glück einige Kritiker, die diese Idee überhaupt nicht gut finden. Aber Ihr wisst ja, wie so etwas ist. Wenn sich eine schlechte Idee erst mal durchsetzt, verstummen bald die kritischen Stimmen. Bereitet euch lieber schon mal seelisch darauf vor, dass „Der Verteiler“ bei Eurem nächsten Besuch im Krankenhaus die Entscheidung fällt, ob Ihr ein Breitbandantibiotikum oder ein Hustenbonbon bekommt.

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