Gendermenderpender

Seit einiger Zeit beobachte ich nun die Genderdiskussion mit all ihren Stilblüten. Und ich muss ganz ehrlich gestehen: Das übersteigt mein Verständnisvermögen.

Mir schwirren gerade so viele Gedanken, so viele Fragen im Kopf herum, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Vielleicht beginne ich einfach mal mit dem, was ich wirklich weiß.

Ich weiß, dass ich eine Frau bin und mich auch als solche fühle und wahrnehme. Mir fehlen vielleicht einige typische Frauenverhaltensweisen und –interessen. Zumindest, wenn man den Maßstab der Mehrheit anlegt. Als Kind habe ich gerne mit Matchbox-Autos gespielt, mit Lego, mit Playmobil, aber eben auch mit Barbie. Relativ früh habe ich bemerkt, dass mir der Umgang mit Jungs leichter fällt. Und dass man mit ihnen cooler die Freizeit verbringen kann. Auf Bäume klettern, Banden gründen und gegeneinander verstecken spielen. Abenteuer eben. Das hat mir irgendwie besser gefallen, als mit den Mädchen zuhause im Zimmer zu sitzen, und langweilige Teepartys abzuhalten. Trotzdem habe ich mein Geschlecht nie in Frage gestellt. Und ich mag pink! Glücklicherweise habe ich in meinem Leben immer wieder Mädchen und Frauen getroffen, die ähnlich ticken wie ich. Daher hatte ich nie wirklich viele Freundinnen. Aber die paar, die ich hatte, waren immer super Weiber, mit denen man Pferde stehlen konnte. Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass man mir bei der Geburt die Samthandschuhe abgenommen hat. Was vielleicht auch ein Grund dafür war, dass es mir nicht immer leicht fiel, Freundinnen zu finden.

Nun ja, wie auch immer. Ich bin mit meinem Geschlecht im Reinen. Auch wenn ich weiß, dass die Mehrheit der Frauen etwas anders ist als ich. Aber ich habe schon immer nach dem Motto gelebt, dass nur tote Fische mit dem Strom schwimmen. Und nur weil die Mehrheit etwas macht oder irgendwie ist, heißt das nicht, dass ich das auch machen muss oder so sein muss. „Leute, fresst Scheiße. Millionen fliegen können sich nicht irren.“

So, das bin ich. Und das ist mein Verständnis. Nach meinem Verständnis, gibt es in der Natur nur zwei Geschlechter. Männlich und weiblich. Also rein biologisch gesehen. Und dann gibt es noch die, die ihr Geschlecht nach Bedarf wandeln können (bestimmte Frösche?). Und die, die irgendwie immer Beides sind (bestimmte Schnecken?). Aber da sie so selten sind, kann man sie wohl eher dem Reich der evolutionären Stilblüten zuordnen. Und dann gibt es Menschen. Die wurden nach dem Säugetiermuster gestrickt. Männlich passt auf weiblich und umgekehrt. Mutter, Schraube, Deckel, Topf. Und die verschwindend geringe Anzahl derjenigen, die mit beiden biologischen Geschlechtsmerkmalen auf die Welt kommen. Und, da muss ich leider mal ganz kalt und ohne Samthandschuhe sagen, das ist ja wohl eine Mutation bzw. eine Laune der Natur. Wie Menschen, die mit sechs Fingern geboren werden. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Elternteile dieses Menschen eine Schnecke war.

Okay, das war der biologische Teil. Das war ja noch einfach. Jetzt kommt der soziale Teil.

Es gibt Menschen, die glauben, im falschen Körper zu stecken. Männer, die lieber Frauen wären. Frauen, die lieber Männer wären. Ich find’s okay. Es gibt auch Menschen, die lieber Hunde wären und den ganzen Tag in einem Hundekostüm durch die Gegend laufen und Stöcken holen. Wem’s gefällt … Ich möchte hier keine Kritik an die Menschen richten, die lieber etwas anderes wären. Ich finde es toll, dass die moderne Medizin heutzutage fast alles möglich macht. Selbst wenn jemand eine Schlange, ein Drache oder eine Katze sein will. Nichts ist unmöglich.

Meine Kritik richtet sich an Menschen, die daraus ein Anspruchsdenken ableiten. Denn, sich als etwas anderes zu fühlen als das, was man ist, ist nun mal nicht die Regel. Und da wir in einer großen Gruppe leben, richten sich unsere Regeln nach den Mehrheiten. Da kann ich als Minderheit nicht ankommen und verlangen, dass sich die Mehrheit nach mir richtet. Das einzige, was ich verlangen kann ist, dass ich so normal wie irgend möglich behandelt werde. Aber diese Möglichkeiten haben eben ihre Grenzen. Was meine ich damit? Nun, seit ich wählen darf, habe ich niemals die CDU gewählt, werde aber seit einer langen Zeit von ihr regiert. Tja, Pech gehabt! Soll ich jetzt darauf beharren, dass ich gerne eine eigene Regierung hätte, weil die CDU mir nicht passt? Vom rein logischen Standpunkt aus, finde ich diese ganze Genderdiskussion total albern. Wie gesagt, es geht um das Anspruchsdenken. Ich will niemandem seine Menschenrechte absprechen. Aber es gibt nun mal Dinge, die in einer Gesellschaft schwierig bis gar nicht umzusetzen sind. Damit muss man sich abfinden.

Das Schlimmste an der ganzen Sache ist eigentlich, dass es den gesellschaftlichen Diskurs so sehr beherrscht. Ständig hört man irgendjemanden herum jammern, dass dies oder das ja anders sein müsste, weil es sonst diskriminierend wäre bzw. Gefühle verletzten würde. Und das sind meistens Koryphäen aus dem Bereich der Geschwätzwissenschaften. Ich habe noch nie gehört, gesehen oder gelesen, dass das mal ein Neurowissenschaftler, ein Arzt, oder ein Biologe mit Fakten untermauert. Das ist vielleicht mit der Homöopathie vergleichbar. … Oder? … Mir fällt gerade auf – nein, ist es nicht. Denn die wirkt ja zeitweilen sogar. Es ist wohl eher mit einer Religion vergleichbar. Man glaubt einfach irgendwas, und versucht dann 2000 Jahre lang, die Realität an die Religion anzupassen. Und nach langen, mühseligen 2000 Jahren gibt es noch immer keinen einzigen eindeutigen Gottesbeweis. Muss ich mir jetzt 2000 Jahre dieses Gendergeheule anhören? Dass es in einem aufgeklärten, zivilisierten Land passieren konnte, dass so etwas in der breiten Öffentlichkeit Fuß fassen konnte, ist mir ein Rätsel.

Wann ist dieses Thema eigentlich entstanden? Gab es auch schon Frühmenschen, die im falschen Körper geboren wurden oder sich als Irgendwas fühlten? Ist da einer der Jäger des Dorfes lieber bei den Frauen geblieben und hat Perlen auf Schnüre gezogen? Man weiß es nicht. Aber wenn es so war, hat er sicher nicht die Forderung aufgestellt, ab sofort ein eigenes Kackloch im Wald zu bekommen. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ihm das Privileg zugestanden wurde, einfach mal so nicht mit auf die Jagd zu gehen. Naja gut, damals ging es auch um das Überleben der ganzen Gruppe. Das ist ja heute anders.

Aber wenn ich mich entscheide dazu zu stehen, dass ich etwas Anderes bin, als all die anderen Menschen um mich herum, dann muss ich auch mit den Konsequenzen leben. Diese Der-Die-Das-Kann-Ja-Nichts-Dafür-Mentalität hat sich wie ein Krebsgeschwür in unsere Gesellschaft gefressen. Und durch mittlerweile Jahrzehnte andauernde Indoktrination ist die Gesellschaft an einem Punkt, wo sie glaubt, das Normale müsste sich dem Nicht-Normalen unterordnen. Die Mehrheit muss sich der Minderheit beugen. Das widerspricht meinem Verständnis von Gerechtigkeit.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass sich gerade solche Minderheiten-Menschen als Mittelpunkt des Universums empfinden. Wie kommen die da drauf? Ganz ehrlich? Sei was Du willst, sei wer Du willst, glaube an was Du willst – aber lass mich damit in Ruhe. Und vor allem, erwarte nicht von mir, dass ich das auch noch bezahle. Denn das ist ja der nächste Punkt. In diesen ganzen Genderschwachsinn werden ohne Ende Steuergelder gepumpt. Ich möchte das aber nicht bezahlen. Denn ich denke, dass es Dinge in diesem Land gibt, bei denen das Geld besser aufgehoben wäre. Ich würde mich zu Tode schämen, wenn ich für diesen Genderschwachsinn Geld bekäme, während bei Kindern in Schulen der Unterricht ausfällt. Und das beweist übrigens, dass ich mit Nichten nur an mich selber denke. Denn ich habe keine Kinder. Eigentlich könnte es mir egal sein, was in den Schulen los ist. Ist es aber nicht. Ich bin durchaus in der Lage Solidarität zu zeigen. Denn das ist das, was unsere Gesellschaft ausmacht. Aber ich bin nicht bereit, mein hart erarbeitetes Geld für einen Schwachsinn auszugeben, der unsere Gesellschaft kein Stück nach vorne bringt. Dann sollen sich diese ganzen Genderunsinnigkeiten doch durch Spenden finanzieren. Denn die Geschichte hat gezeigt, dass Menschen gerne spenden, wenn es einem guten Zweck dient. Viele große Organisationen oder Vereine finanzieren sich nur durch Spenden und das läuft ganz gut. Tierschutz zum Beispiel. Umweltschutz. Kinderschutz. Opferschutz. Obdachlosenhilfe. Sogar Großteile der UFO-Forschung schaffen es, Spendengelder zu bekomemn. Es gibt tausend Beispiele, wo Spenden super funktionieren. (Klar, es könnte immer mehr sein.) Aber wahrscheinlich würde so ein Genderding keinen einzigen Euro bekommen, weil sich die meisten Menschen an die Stirn tippen würden. Und das mit Recht.

Übrigens. Ich fühle mich als Außerirdische in einem menschlichen Körper gefangen. Und ich verlange, dass die Wissenschaft meinen Heimatplaneten findet, damit ich endlich wieder nachhause kann.

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