#deletefacebook

fckyouDer ein oder andere Leser hier weiß es, andere werden es bemerkt oder vermutet haben. Ich mache eine Internet-Nachrichten-Fastenzeit. Alle News-Seiten, Blogs und Youtubekanäle zu politischen Themen werden von mir im Augenblick gemieden. Es tut mir gut. Meine Laune wird besser. ;-)

Heute Morgen bin ich recht früh aufgewacht. Die Twitter-App auf meinem Handy ist ausgerastet. Der und Die und überhaupt ganz viele twittern über „#deletefacebook“, war die Meldung. (Die Meisten hier wissen, wie ich zu Facebook stehe. Ich ignoriere es gekonnt seit langer Zeit und habe mein Konto dort wegen Verwahrlosung Ende September 2016 endgültig gelöscht. Vermisst habe ich Facebook zu keiner Zeit.) Okay, habe ich mir gedacht, guck mal, was da los ist. Neugierig bin ich ja schon. Also bei Twitter eingeloggt und den Hashtag gesucht. Und was sehe ich? Hunderte von Menschen kündigen an, ihr Facebook-Konto zu löschen oder teilen uns mit, nie eines besessen oder es schon vor Jahren gelöscht zu haben.

Das hat mich nur noch neugieriger gemacht. Also habe ich Qwant gefragt, was da passiert ist. Und, oh Wunder, Facebook hat mal wieder Nutzerdaten „verloren“. Es ist von den Daten von 50 Millionen Profilen die Rede, die von einer Analysefirma unerlaubter Weise „missbraucht“ wurden. Und Facebook ist natürlich total empört, dass die Firma Cambridge Analytica so etwas Böses getan hat. Und sogar ein gewisser Herr Brian Acton (Mitgründer von Whatsapp) hat jetzt bei Twitter unter dem Hashtag #deletefacebook mitgeteilt, dass er Facebook verlassen will.

Uuuuuuuuuuh!

Tja, der wievielte Skandal um Facebook ist das jetzt? Der vierte? Der fünfte? Der zwanzigste? Ich habe aufgehört zu zählen. Immer wieder werden da geheime Experimente gemacht, werden Nutzerdaten unerlaubt analysiert, weitergegeben (verkauft) oder sonst irgendein Schindluder damit getrieben. Und jedes Mal verfällt die Social-Network-Welt in einen Empörungswahn. Dabei braucht man sich doch nur mal eine Frage stellen. Eines der größten und umsatzstärksten, börsennotierten Unternehmen der Welt, bietet Dir an, kostenlos ein Profil zu erstellen und es kostenlos zu nutzen. Womit verdienen die dann soviel Geld? Na? Wer kommt drauf? Sind die Menschen wirklich so blöd zu glauben, mit ihren Daten würde kein Geld verdient? MIT WAS DENN SONST? Mensch Meier, ehrlich.

Und jetzt ist das Medienecho gewaltig.
Bei Spiegel Online habe ich den Kommentar einer Journalistin gelesen. Sie ist der Ansicht, dass es Zeit wird, auf Facebook Druck aufzubauen, damit eine Privatsphäre-Debatte in Gang gebracht wird. Sie gibt aber auch zu bedenken, dass das Facebook-Konto für viele Menschen in Schwellenländern gleichbedeutend mit dem Internetzugang wäre. Ohne Facebook kein Internet, oder wie? Wie haben denn diese Länder ihre Internetstruktur aufgebaut? Na gut, ich weiß es nicht. Kann ja sein. Trotzdem ist es albern, mit einem Unternehmen, dessen Unternehmenszweck es ist, Daten abzugreifen und zu verkaufen, eine Privatsphäre-Debatte führen zu wollen. Das wäre ja so, als würde man in München bei BMW anrufen und geheimnisvoll in den Hörer raunen: „Sie, wir müssen da mal über ihre sogenannten „Autos“ sprechen.“ Lächerlich.

Das wird auch unsere nagelneue Justizministerin, Frau Katarina Barley, noch merken. Die hat nämlich über die Medien großmäulig verbreiten lassen, dass sie Vertreter von Facebook zum Gespräch ins Justizministerium einladen wird. Wenn die Leute, die an diesem Gespräch teilnehmen, noch bei Trost und Verstand sind, sollten sie auf jede Frage von Frau Barley nur mit dem Wort „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ antworten. Dann wäre das Gespräch schnell beendet.

Ach und natüüüüürlich hat diese ominöse Anlaysefirma die Daten auch dazu benutzt, den Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen. Das musste als Seitenhieb ja noch kommen. Erst die Russen, jetzt Cambridge Analytica. Als Nächstes sind es wahrscheinlich die Aliens gewesen. Denn ohne die Hilfe von dunklen Gestalten, wäre Trump nie Präsident geworden. NIE!

Ich „lese“ gerade 1984 von George Orwell. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Parallelen sich da zu unserem heutigen Leben auftun. Lesen in Anführungszeichen, da ich es als Hörbuch über Youtube konsumiere. So kann ich nebenbei Mandalas ausmalen. Das hilft mir, zu entspannen und den ganzen Müll da draußen zu ignorieren. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich das Buch noch nicht gelesen hatte, ist tatsächlich eine Bildungslücke. Auch den Youtubekanal „Mythen Metzger“ kann ich jedem ans Herz legen, der sich für unerklärliche Phänomene interessiert, und die Schnauze von Politik voll hat. Und wenn das Wetter mal wieder so tut, als wäre es Frühling, werde ich wieder öfter Laufen gehen. Ich muss mich ja fit machen für den Bürgerkrieg. Als Frau ist Wegrennen die beste Option. ;-)

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