1,95583

Na, wer erinnert sich noch an diese Zahl? Hm? Genau. Das ist der Umrechnungskurs von der Währung „Deutsche Mark“ (Gott hab sie selig) in die Währung Euro und umgekehrt.

Ab dem 1. Januar 1999 war der Euro schon auf der ein oder anderen Gehaltsabrechnung zu sehen. Man konnte sich also schon mal in aller Ruhe auf den Schock vorbereiten, nur noch die „Hälfte“ des Gehaltes überwiesen zu bekommen. Ab dem 1 Januar 2002 war es dann soweit. Der Euro wurde als Bargeld eingeführt und löste die DMark endgültig ab. Im ganzen Land liefen die Taschenrechner heiß. Weiterlesen

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NewsWatch #6

„Das Opfer ist die Meinungsfreiheit“

Was ist eigentlich los in diesem Land? Was sind das für Menschen, die unter Androhung von Gewalt versuchen, andere mundtot zu machen? Und wie schlecht muss das eigene Selbstbewusstsein sein, wenn man glaubt, ständig gegen irgendetwas oder irgendjemanden „kämpfen“ zu müssen bzw. andere Meinungen nicht ertragen kann und zulassen will? Und wie wenig Vertrauen hat man in andere Menschen, wenn man glaubt, ständig den Meinungswächter spielen zu müssen? Als ob wir alle komplett blöd wären Weiterlesen

Propaganda für die Abschaffung des Bargeldes? Oder doch eine Heiligsprechung?

Heute Morgen habe ich auf der Internetseite Rheinischen Post folgenden Artikel gelesen:

Wozu wir noch Bargeld brauchen

Bitte lies Dir diesen Artikel erst vollständig durch, bevor Du hier weiter liest. Ich warte solange.


Jeopardy-Musik läuft im Hintergrund

Fertig? Gut. Denn jetzt möchte ich diesen Artikel gerne kommentieren.

Los geht’s mit dem ersten Absatz:

In Schweden hat die Zukunft schon begonnen. Bargeld spielt hier kaum noch eine Rolle. Nur jeden fünften Einkauf bezahlen die Schweden noch mit Scheinen und Münzen. Selbst Kleinbeträge für Busfahrscheine oder Kaffee werden per Karte und „Mobile Payment“ (Zahlen per Smartphone) entrichtet. Im Dom von Uppsala steht schon seit Jahren ein „Kollektomat“, bei dem Kirchgänger per Karte spenden können.

Am Monitor können sie bei Bedarf auch gleich die Zweckbindung (etwa Jugendarbeit oder Entwicklungshilfe) mit angeben. Selbst die Verkäufer der Obdachlosenzeitung in Stockholm kommen ohne Bargeld aus: Sie haben sich mobile Kartenlesegeräte angeschafft, wie Ulrike Neyer, Wirtschaftsprofessorin an der Universität Düsseldorf, berichtet.

In Schweden hat die Zukunft also „schon“ begonnen. Im hinterwäldlerischen Deutschland, wo alle noch mit Bargeld bezahlen, natürlich nicht. Das zumindest soll der erste Satz direkt mal suggerieren. Bargeldloser Zahlungsverkehr ist Zukunft! Wir alle können schon die gleißend hellen Science-Fiction-Städte mit fliegenden Autos vor unserem geistigen Auge sehen, oder? Außerdem werden durch diverse Beispiele die häufigsten Einwände gleich widerlegt. Die Zahlung von Kleinbeträgen. Und selbst die schwedischen Obdachlosen sind toller als unsere Deutschen. Sie haben sich Kartenlesegeräte angeschafft. Mensch klasse! Menschen, die um jeden Euro betteln, kaufen sich für 600 Euro ein EC-Cash-Gerät mit GPRS. Und die Gebühren, die das Geldinstitut für jede Transaktion verlangt, sind natürlich für solche Menschen auch kein Problem. WTF!?

Was spricht für bargeldloses Bezahlen?
Es gibt einige Argumente dafür: Für Taschendiebe gibt es nichts mehr zu holen. Die Verbraucher sind auch bei überraschenden Ausgaben „flüssig“. Banken müssen keine aufwendige, teure Bargeld-Logistik betreiben. Und vor allem: Schwarzarbeit und Geldwäsche werden erschwert, da bargeldloses Zahlen Spuren hinterlässt. Deshalb gibt es auch in Deutschland Bestrebungen, Scheinen und Münzen den Garaus zu machen.

Und wiiiieder wird die alte Leier ausgepackt. Es soll angeblich viel sicherer sein. Also mir ist es lieber, wenn mich einer Überfällt und mir meine 50 Euro klaut, als wenn ich auf einen doofe Phishing-Mail hereinfalle und mir einer mein ganzes Konto leer räumt. Oder meinen Paypal-Account knackt. Oder, oder, oder. Es gibt zig Argumente dafür, dass bargeldloser Verkehr eben NICHT unbedingt sicherer ist und automatisch vor Schaden schützt.

Und was können denn wohl diese überraschenden Ausgaben sein, die durch die Bargeldabschaffung leichter zu bedienen wären? Die zahlt doch auch heute schon jeder mit der EC- oder Kreditkarte. Es schleppt doch niemand säckeweise Bargeld mit sich herum. Außer ein paar Angebern oder Zuhältern vielleicht. Also das ist in meinen Augen überhaupt kein Argument. Überraschende Ausgaben … tzzz. Huch, ich muss ein neues Sofa kaufen. Mensch gut, dass es jetzt kein Bargeld mehr gibt, oder wie?

Weiter geht es mit einem anderen Lieblingsargument der Bargeldgegner. Die böse Schwarzarbeit und die Geldwäsche. Dann werden Putzfrauen demnächst eben nicht mehr in Euro bezahlt sondern mit etwas Anderem. Und die wirklich kriminellen Geldströme, laufen sowieso schon übers Darknet mit Bitcoin und Co. Womit auch das Argument Geldwäsche entkräftet ist. Wer wäscht denn heute noch sein Geld mit einem China-Restaurant oder einer Reinigung? Keine Sau! Und seit dem die Registrierkassenpflicht in Kraft getreten ist, sowieso nicht mehr.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert, das Bargeld abzuschaffen, um die Märkte für Schwarzarbeit und Drogen auszutrocknen. Erst gestern legte die Universität Linz ihren Schwarzarbeit-Report vor: Danach erwirtschaftet die deutsche Schattenwirtschaft aktuell Leistungen im Wert von 330 Milliarden Euro, was einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 10,4 Prozent entspricht.

Einer der Wirtschaftsweisen hat gesprochen! Hough! Ich zitiere hier mal die Wikipedia: „Von 1985 bis 1990 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1987 Bundesbank-Oberrat in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Landeszentralbank in Baden-Württemberg.“ Was also soll er auch anderes sagen als „Bargeld ist blöd“? Nehmen wir einfach mal an, das Bargeld würde wirklich abgeschafft. Dann wäre es unmöglich, all den Geldverkehr über Girokonten laufen zu lassen. Das bedeutet, es würde ein System etabliert, dass genauso funktioniert, wie ein Portemonnaie, eben nur elektronisch. Man hält also ein Smartphone an einer anderes und es werden 10 Euro über Bluetooth übermittelt. Diese 10 Euro sind dann von einem Gerät zum anderen gegangen, ohne dass es jemand mitbekommen hat. So etwas gibt es ja heute schon.

Was ist in Deutschland geplant?
Die Europäische Zentralbank will Ende 2018 die Ausgabe von 500-Euro-Scheinen einstellen, um es Geldwäschern schwerer zu machen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) würde gerne eine Obergrenze für Barzahlungen einführen. Danach sollen Barzahlungen nur für Beträge bis zu 5000 Euro erlaubt sein. In Frankreich liegt diese Grenze sogar nur bei 1000 Euro. Den Gebrauchtwagen kann man dort kaum noch schwarz kaufen.

Wer kauft denn Gebrauchtwagen für unter 1.000 Euro „schwarz“? Schwarz heißt ja, an der Steuer vorbei. Also muss es sich ja um ein Geschäft zwischen einem Kaufmann und einem Privatmann oder zwischen zwei Kaufleuten handeln. Wer kauft denn Autos in dem Preissegment beim Händler? Das sind doch eh alles Privatverkäufe. Und auf solche Fahrzeuge entfällt sowieso meistens die Umsatzsteuer weil sie schon differenzbesteuert sind. §25a UStG halt. Das bedeutet, der Verkäufer muss nur noch die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis versteuern. Seinen Gewinn eben. Daher differenzbesteuert. Also das Gebrauchtwagen-Argument ist totaler Blödsinn. Und was die Abschaffung des 500-Euro-Scheins angeht, dazu habe ich ja hier vor einigen Tagen ein schönes Video von Herrn Prof. Sinn gepostet. Kriminelle waschen ihr Geld nicht mit 500-Euro-Scheinen.

Welche Rolle spielt bargeldloses Zahlen in Deutschland?
„Drei Viertel aller Transaktionen an Kassen oder Automaten werden bar bezahlt, vom Umsatz her sind das ungefähr die Hälfte aller Geschäfte“, sagt Martin Renker, Chef des Bankenverbands NRW und Chef der Deutschen Bank Nordwest. Obwohl inzwischen fast jeder Bürger eine Girocard besitze, wachse der Marktanteil an Kartenzahlungen gerade mal um ein Prozent pro Jahr. Binnen zehn Jahren habe sich der Umlauf der Euro-Banknoten sogar auf 1000 Milliarden verdoppelt.

Wie schön. Die nackten Zahlen beruhigen uns wieder. Alle lieben Bargeld. ;-)

Was spricht gegen Bargeld-Obergrenzen?
„Der Staat würde damit seine Bürger beschränken, sich die Zahlungsweise auszusuchen. Bargeld ist da auch Freiheit. Ich finde, das ist fast eine Art Grundwert unserer Marktwirtschaft“, sagt Renker.

Auch Neyer betont: „Jeder sollte so zahlen können, wie es seinen Präferenzen entspricht.“ Zudem gebe es verfassungsrechtliche Bedenken. Bei gesetzlichen Begrenzungen von Bargeldzahlungen handelt es sich um einen Eingriff in das Grundrecht der Vertragsfreiheit. Solche Eingriffe seien nur zu rechtfertigen, wenn sie dem Wohle der Allgemeinheit dienten und verhältnismäßig seien.

Ganz genau. Da haben der Herr Renker und die Frau Neyer absolut Recht. Und die Begrenzung oder gar die Abschaffung des Bargeldes dienen sicher nicht dem Wohle der Allgemeinheit. Und verhältnismäßig ist das auch nicht. Zumal wir ja schon ein Geldwäschegesetz haben. Und das sagt unter anderem, dass man die Identität seines Handelspartners verifizieren muss, sobald mehr als 15.000 Euro Bargeld über den Tisch gehen. Und das Gesetz sagt noch vieles andere. Genug, um der Geldwäsche Herr zu werden. Das Problem ist, dass es keine Sau kontrolliert. Ich habe in all den Jahren noch keine Prüfung im Sinne des Geldwäschegesetzes erlebt. Und das ist ein Problem, welches sich durch alle Gesetzbücher in Deutschland zieht. Gesetze haben wir genug. Wir haben auch die richtigen. Sie werden nur nicht angewendet.

Wozu brauchen wir Bargeld?
„Bargeld ist gelebter Datenschutz“, sagt Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, unserer Redaktion. „Unbares Zahlen hinterlässt Datenspuren, die kommerziell genutzt und zur Erstellung eines Verbraucherprofils verwendet werden können. Diese Daten können von Dritten illegal ‚abgefischt‘ werden.“

So sieht’s nämlich aus. Ich habe mir schon lange angewöhnt, alles, was irgendwie möglich ist, bar zu bezahlen. Es geht niemanden etwas an, wo ich einkaufen gehe. Und irgendwann sieht meine Krankenkasse, dass ich andauernd in die Pommesbude gehe oder bei EDEKA alle zwei Tage eine Tüte Chips kaufe und schon werden meine Beiträge erhöht. Oder meine Versicherung sieht, dass ich nie in die Werkstatt fahre und erhöht meine Prämie. Nix da!

Ein weiterer Pluspunkt: „Bargeld schafft Transparenz in der Haushaltskasse. Wir wissen, dass mobiles Bezahlen manchen Verbrauchern Schwierigkeiten bereitet, ordentlich zu haushalten, wenn das Bezahlen per Klick so einfach ist. Die scheinbar ständige Verfügbarkeit unbarer Zahlungsmittel kann verführen und den Einstieg in die Verschuldung befördern.“

Ja, das ist auch ein sehr gutes Argument gegen die Bargeldabschaffung. Genau mit dieser Methode halte nämlich auch ich meine Finanzen im Gleichgewicht. Das kann ich wirklich jedem empfehlen der, genauso wie ich, schlecht mit Geld umgehen kann. Es ist einfach, die Kontrolle zu behalten wenn man sieht, wie das Bargeld im Laufe des Monats im Portemonnaie immer weniger und weniger wird. Dazu noch ein Haushaltsbuch (natürlich nicht elektronisch) und alles wird gut. ;-)

Und der oberste deutsche Verbraucherschützer sieht weitere Vorteile. „Bargeld schützt vor negativen Zinsen eines Bankkontos.“ Schon heute diskutieren Ökonomen, wie man sparsame Verbraucher durch negative Zinsen zu mehr Konsum bewegen kann. „Zentralbanken und Politik würden erheblichen Einfluss auf unsere Ersparnisse und unser Alltagsleben erhalten.“

Das hat er aber vorsichtig formuliert, der Herr Müller. Na gut, man will sich ja auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dann ist man ja ruck zuck in der Ecke der Verschwörungstheoretiker. Aber was er eigentlich hätte sagen wollen, so denke ich zumindest, ist, dass die Banken und der Staat uns nach Strich und Faden beklauen bzw. uns unser eigenes Geld vorenthalten könnten. Negativzinsen sind da erst der Anfang. Was ist, wenn wirtschaftliche oder gesellschaftliche Probleme auftreten und man lieber all sein Geld in Sicherheit bringen will? Das geht dann nicht mehr weil es einfach nirgendwo mehr sicher (vor dem Staat) ist. Es existiert ja nicht einmal mehr wirklich. Und das ist genau das Problem, was Herr Müller hier so nett umschreibt.

Die Wissenschaftlerin Neyer ergänzt: „Bargeld erlaubt Zug-um-Zug-Geschäfte, das heißt weder Käufer noch der Verkäufer müssen in Vorleistung treten und damit keine Angst haben, dass nach Lieferung der Ware der Käufer nicht zahlt bzw. der Verkäufer nach Zahlung die Ware nicht liefert.“

Ein gutes Argument, dass ich bis heute, ehrlich gesagt, gar nicht auf dem Schirm hatte. Obwohl ich das auch für vernachlässigbar halte. Wenn ich betrogen werde, gibt es ja Gesetze, die mich schützen. Es sei denn, ich habe mich auf einen ausgefuchsten Betrüger eingelassen. Aber auch da ist meist noch etwas zu retten. Aber im Grundsatz hat sie natürlich Recht, die Frau Neyer.

Warum kommen viele Schweden trotzdem ohne Bargeld aus?
Neyer erklärt das mit den unterschiedlichen Präferenzen der Bevölkerungen. Möglicherweise sei die schwedische Bevölkerung im Schnitt technikaffiner und messe der Anonymität bei Zahlungen keinen so hohen Stellenwert bei. Müller ergänzt: „Es gibt in Skandinavien durchaus eine andere und offene Mentalität, in Schweden können ja auch Steuerunterlagen eingesehen werden.“ Ebenso hat die Geografie Einfluss. „Auch Rahmenbedingungen spielen hier eine Rolle, dass etwa in eher dünn besiedelten Gebieten der schnelle und komplikationslose Zugang zu Bargeld (Geldautomaten) nicht möglich ist“, sagt Ökonomin Neyer.

Vielleicht war es keine Absicht, denn der Artikel scheint sich ja nach anfänglicher Propaganda ganz gut gefangen zu haben. Doch hier wird wieder einmal ganz unterschwellig behauptet, dass die Deutschen rückständig sind. Die schwedische Bevölkerung sei möglicherweise technikaffiner. So, so. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Meiner Einschätzung nach sind sie einfach naiver. Denn wer dem ganzen Technikkram so willen- und gedankenlos hinterher rennt, hat nicht an die Konsequenzen gedacht. Es wäre allerdings auch möglich, dass die schwedische Bevölkerung insgesamt jünger ist als die deutsche. Meiner Oma zum Beispiel, sie wird jetzt 86 Jahre alt, bräuchte ich mit so etwas nicht kommen.

Gibt es in zwanzig Jahren noch Bargeld in Deutschland?
Ja, meint der Verbraucherschützer. „Auch dann werden wir Kleinigkeiten am Kiosk, das Taschengeld für die Kinder und Spenden für Obdachlose immer noch bar bezahlen. Viele Menschen wollen keine digitale Rundum-Kontrolle. Bargeld ist auch Freiheit“, sagt Klaus Müller.

Und ich werde weiterhin alles, was ich kann, mit Bargeld bezahlen. Denn es geht hier nicht um Kleinigkeiten oder den Euro für den Obdachlosen. Es geht um die Freiheit und um das Selbstbestimmungsrecht.

Natürlich würden sich elektronische Zahlsysteme oder das Bezahlen mit Smartphone mehr und mehr durchsetzen, meint auch der Chef des Bankenverbands. Aber Bargeld werde bleiben. „Bereits 1000 vor Christus entstand in China Papiergeld, seit 700 vor Christus gibt es Münzen, ich wüsste nicht, warum Bargeld in 20 oder auch 50 Jahren verschwunden sein sollte“, so Renker. Über 90 Prozent der Deutschen hielten nichts von der Abschaffung des Bargelds. Renker: „Nicht zuletzt: Was ginge uns ohne Bargeld alles verloren: das Geld von der Oma, die Sparschweine, die Zahnfee.“

Dass die Abschaffung des Bargeldes bzw. die Argumente dagegen zum Schluss des Artikels noch einmal auf Lappalien reduziert werden, gefällt mir nicht. Es geht hier um weit mehr. Und wie lange es Geld schon gibt, spielt dabei keine Rolle. Und wenn die Oma in 50 Jahren ein Smartphone hat, was garantiert der Fall sein wird, dann könnte sie den Zehner auch per PayPal rüberschicken. Und die Zahnfee könnte auch andere Sachen unters Kopfkissen legen. iTunes-Karten zum Beispiel.

Zum Schluss bin ich mir also gar nicht so sicher, was dieser Artikel jetzt eigentlich aussagen möchte. Am Anfang klang es ja noch nach purer Propaganda. Aber dann kamen ein paar ganz gute Argumente gegen die Abschaffung des Bargeldes. Im Großen und Ganzen wurde hier aber nur oberflächlich kritisiert. Was die Bargeldabschaffung wirklich bedeuten würde, nämlich der komplette Kontrollentzug über das eigene Geld, das wurde leider mit keinem Wort erwähnt. Schade, dass die Presse sich an dieses Thema immer noch nicht wirklich heran traut.

Das ist mir alles zuviel – Teil II

Krieg

Ob der eine Neandertaler aus Höhle A dem anderen Neandertaler aus Höhle B mit der Keule was auf die Glocke haut, oder die USA den Irak mit Drohnen bombardieren. Letztendlich geht es doch immer nur ums „Haben wollen“. Entweder setzt sich jemand zur Wehr, weil der andere sein Haben-Wollen mit großem Nachdruck und unlauteren Mitteln durchsetzen will, oder jemand der haben will, greift einfach hinterrücks an. Aber wenn man alle, alle Kriege, die die Menschheit jemals geführt hat – egal, um was es vordergründig ging – einmal auf den aller ersten Impuls zurück verfolgt, wollte doch immer irgendeiner irgendetwas haben. Land, Macht, Bodenschätze, Geld, seine Ruhe. Niemals geht es wirklich um Gerechtigkeit oder Demokratie. Wenn es so wäre, könnte man nämlich auf Kriege verzichten.

Das ist Unsinn? Ein kleines Beispiel. Eine Familie mit drei Kindern. Der Vater ist ein Despot. Er schlägt Frau und Kinder ab und zu, geht fremd und ist auch sonst ein ziemliches Arschloch. Aber er geht arbeiten und versorgt die Familie; zumindest finanziell. Er hat mit diesem Geld ein schönes Haus mit einem großen Garten gebaut. Nun kommt ein Sondereinsatzkommando des Jugendamtes und erschießt den Vater vor den Augen der Familie. Es trümmert die ganze Bude kurz und klein und tötet dabei das jüngste der Kinder. In dessen Kinderzimmer ist nämlich ein Sprengsatz detoniert, der eigentlich nur zur Ablenkung dienen sollte. Dann werden drei bis an die Zähne bewaffnete Soldaten abgestellt. Zwei davon stehen rund um die Uhr vor der Tür des nur noch als Ruine zu identifizierenden Hauses. Der dritte quartiert sich im einzigen noch bewohnbaren Zimmer des Hauses ein. Und ohne dass die Frau oder die Kinder gefragt wurden, übernimmt er die Rolle des Vaters. Ich meine, okay, der Despot ist tot. Aber das jüngste Kind auch (Kollateralschaden) und der Rest der Familie steht vor einer zerstörten Existenz mit einem Mann als Familienoberhaupt, den niemand wollte. Wäre da eine Eheberatung oder Scheidung nicht sinnvoller gewesen? Das, was die Menschen seit tausenden von Jahren machen, hilft niemandem. Außer der Rüstungsindustrie …

Das Zinseszins-Prinzip

Mir ist schleierhaft, wie man eine Methode entwickeln kann, die Stabilität und Gerechtigkeit herstellen soll, jedoch auf exponentiellem Wachstum beruht. Als Kind im Grundschulalter habe ich irgendwann erfahren, wie viele Menschen auf dem Planeten damals lebten. Das waren so um die 5 Mrd. Und dann wurde mir klar, dass das nicht nur nicht ewig so weitergehen kann, sondern dass es auch immer schneller nicht so weiter gehen kann. Denn in der Natur gibt es auch kein unendliches exponentielles Wachstum. Es gibt keine 300 Meter hohen Bäume, keine 500 Meter langen Wale, und es gibt keine unendlich großen Sterne. Denn irgendwann brechen sie alle Unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammen. Nun kann man natürlich sagen, dass das meiste Geld ja nur noch digital ist und deswegen keine bis kaum Schwerkraft erzeugt. Aber es geht ja eigentlich um den SINN des unendlichen Wachstums. Alles was ist hört irgendwann auf zu wachsen bzw. verlangsamt sein Wachstum so stark, dass es sehr große Zeiträume benötigt, um es überhaupt noch wachsen sehen zu können. Und das hat seinen Grund. Wachstum ist nur so lange notwendig, bis ein Lebewesen oder eine Pflanze eine Größe erreicht hat, welche ihm die optimale Voraussetzung schafft, in seinem Lebensraum überleben zu können. Wird es zu groß, benötigt es so viel Energie, dass es sich selbst nicht mehr am Leben erhalten kann, da es die benötigte Energie nicht mehr zuführen kann. Mit dem Zinseszins ist es ähnlich. Die Zinsen, die auf Zinsen und Guthaben gebucht werden, sind Geld, das irgendwo her kommen muss. Das bedeutet, das exponentielle Wachstum muss sich von irgendetwas ernähren. Vielleicht habe ich das Finanzsystem nicht verstanden. Aber nach meinem Bauchgefühl funktioniert das nicht ewig. Hinzu kommt noch, dass die heutige Geldmenge nicht mehr im Ansatz irgendeinem Gegenwert in Form von Bargeld oder gar Edelmetallen entspricht. Auch nicht einem Gegenwert in Stühlen, Tischen, Autos oder was auch immer man sich materielles vorstellen kann. Sie ist längst darüber hinaus gewachsen. Wen das interessiert, dem empfehle ich dieses Video. (Wer die 2 Stunden Zeit hat, sollte sich das ganze Video ansehen. Für die mit weniger Zeit habe ich es zu der relevanten Stelle „vorgespult“.)

Politiker

Politiker haben Verantwortung. Sie entscheiden für oder gegen Dinge, die Auswirkungen auf alle im Land lebenden Menschen haben. Je nach Art des Politikers verringert sich die Anzahl der Menschen auf die die Entscheidung eine Auswirkung hat (Bund, Land, Kommune). Ein Mitspracherecht hat der einzelne Mensch jedoch nicht. Der Mensch wählt eine Partei (oder auch nicht) und wird dann von der Partei regiert, welche die meisten Stimmen erhält. FALSCH! Ein Mensch wird nicht regiert. Das LAND wird regiert. Mach Dich also mal von der Vorstellung frei, dass DU regiert wirst. Ein Politiker steht im Dienste des Volkes. Also in Deinem Dienst. Er soll Deine Interessen vertreten, Dir ein angenehmes Leben ermöglichen und Dich im Ausland vertreten. Es ist natürlich schwer, die Interessen eines jeden einzelnen der ca. 80 Mio. in Deutschland lebenden Menschen zu vertreten. Und dann auch noch die ganzen Konzerne. Da kann einem schon schwindelig werden. Teilweise ist es auch unmöglich weil die Anforderungen zu gegensätzlich sind. Also muss man einen gemeinsamen Nenner finden oder eine Seite auf der Strecke lassen. Meistens sind es auch mehr als nur zwei gegensätzliche Anforderungen. Der Job eines Politikers ist also alles andere als leicht. Alle Eltern von mehr als einem Kind wissen das.

Wenn man einen schwierigen Job mit viel Verantwortung hat, ist die Ausbildung oft lang und hart. Schiffs- und Flugkapitäne können ein Lied davon singen. Auch Polizisten, Ärzte, Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter wissen natürlich was ich meine. Aber ich muss mich auf ein Beispiel konzentrieren. Also nehmen wir einfach mal den Piloten. Der macht eine ziemlich lange Ausbildung bis er eine Vekehrsmaschine fliegen darf. Erst mal muss er ca. 60.000 Euro auf den Tisch legen (oder bekommt sie vorfinanziert), damit er die Ausbildung überhaupt beginnen darf. Dann folgt ein Eignungstest in den Disziplinen, die für die spätere Ausübung des Berufs wichtig sind. Hier werden übrigens auch psychologische Komponenten getestet. Danach kommt die Ausbildung. Ist diese absolviert kann der angehende Pilot die sogenannte Verkehrspilotenlizenz machen. Sobald er diese hat, darf er Co-Pilot sein. Hat er dann noch weitere 1.500 Flugstunden absolviert, darf er dann endlich als verantwortlicher Kapitän auf Verkehrsflugzeugen arbeiten. Und warum der ganze Aufstand? Weil es um Menschenleben und sehr, sehr teure Flugzeuge geht. Fragt man einen Flugkapitän, wird er wahrscheinlich immer antworten, dass er stolz ist auf das, was er tut. Dass er viel Verantwortung hat und seinen Job mit Ehre und Anstand macht. Wie ein Schiffskapitän, der immer als letzter das sinkende Schiff verlässt.

Findet man auch nur irgendetwas von diesem Gleichnis in unserer heutigen Regierung wieder? Eine gute, lange und harte Ausbildung (selbst finanziert!), die einen Politiker für seinen Job qualifiziert? Und ich rede hier nicht von einem daher gelaufenen BWL-Studium. Vielleicht gilt noch ein Jura-Studium. Aber nur, wenn man Justizminister werden will (Glückwunsch, Herr Maas). Aber nur weil man Rechtswissenschaften studiert hat, ist man ja noch keine richtige Besetzung für das Amt eines Politikers. Neben den Hard Skills wären da ja auch noch die Soft Skills. Kurzum, man sollte nicht nur Ahnung von der Materie haben sondern auch menschlich, psychisch dafür geeignet sein. Immerhin trägt man sehr viel Verantwortung. Und wie sagte schon Spidermans Onkel? Aus großer Macht erwächst große Verantwortung.

Bleiben wir beim Beispiel der Bundespolitik. Denn je weiter man seinen Blick auf der Politik-Leiter nach oben wendet, desto mehr scheint es so, als würde sich die Politik vom Volk entfernen. (Oh weh, Herr Maas, ich habe schon wieder Volk gesagt. Bitte nicht böse sein.) Wenn man Politiker ist, kann man nicht Diener zweier Herren sein. Das geht vielleicht als Subunternehmer am Bau, aber sicher nicht im Bundestag. Als Politiker muss man sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Und die ist es, die für die in Deutschland lebenden Menschen beste Entscheidung zu treffen. Dazu benötigt man viel Zeit. Ein 16-Stunden-Tag ist keine Seltenheit bei Spitzenpolitikern. Trotzdem bin ich der Auffassung, ein Politiker dürfte nur diesen einen Job machen – keinen zweiten. Ein Nebenjob, wie auch immer geartet, dürfte nicht erlaubt sein. Die Gefahr, etwas nicht mehr objektiv betrachten zu können, ist einfach zu groß.

Und jetzt kommt eine ganz steile Forderung. Achtung, hinsetzen! Ich wäre dafür, dass Politiker mehr Geld verdienen. Huch? Jaja, sie sollen so viel Geld verdienen, dass sie nicht mehr wissen wohin damit. Und warum? Naja, warum verdienen denn Spitzenmanager so einen Haufen Geld? Sie haben viel Verantwortung, sollen sich nicht korrumpieren lassen und einen guten Job machen. Warum geht eine Bundeskanzlerin mit ca. 200.000 Euro im Jahr nach Hause, während Vorstände von Großkonzernen mehrere Millionen im Jahr nachhause schleppen? Es gibt Abteilungsleiter in Konzernen, die mehr verdienen als unsere Bundeskanzlerin. Wenn man auf der Ebene argumentiert, könnte man natürlich auch verlangen, dass eine Kindergärtnerin das Doppelte von dem verdient, was ein Sachbearbeiter bei einem Elektronikkonzern bekommt. Und das mit Recht. Aber bleiben wir bei den Politikern und versuchen mal, es auf den Kern zu bringen. Ein Politiker macht auch nur einen Job. Den soll er aber gewissenhaft, mit Anstand und Ehre machen. Er soll nicht nur gut sondern hervorragend ausgebildet sein und er soll die menschlichen Voraussetzungen für den Job mitbringen. Er soll stets loyal sein und hat dabei die Verantwortung, von Millionen von Menschen. Und bleiben wir mal beim Beispiel der Kanzlerin … Das alles für 16 Mille im Monat? Ich weiß ja nicht.

Aber natürlich ist an mehr Geld auch etwas anderes gekoppelt. Sanktionen oder Strafen! Denn ich empfinde es nämlich auch als ungerecht, dass Politiker für ihre Fehlentscheidungen nicht adäquat zur Verantwortung gezogen werden. Das löst jetzt in meinem Kopf die totale Verwirrung aus. Wie könnte so etwas aussehen? Wer entscheidet das? Gerichte? Wird da ein ganzes Ministerium angeklagt, oder nur der einzelne Minister? Ist es möglich, einen Streitwert zu ermitteln? Gibt es dafür überhaupt Gesetze? Das alles weiß ich nicht. Es kann aber nicht richtig sein, dass Kriege ohne UNO-Mandat geführt werden, und niemand vor dem Kriegsgericht landet. Es kann auch nicht sein, dass ein Flughafen mit Milliarden von Steuergeldern (unter anderem) gebaut wird, der dann nicht genutzt werden kann, und niemand sich vor einer Finanzbehörde verantworten muss. Gleiches gilt natürlich für Bahnhöfe, Opern, Brücken, Umgehungsstraßen und viele, viele andere Milliardengräber, auch Projekte genannt.

Um wieder auf das eingangs erwähnte Beispiel des Piloten zu kommen. Die Maschine stürzt ab. Alle tot. Nur er überlebt, steigt aus und sagt. „Uuuups, falscher Knopf.“ Danach bekommt er von der Fluggesellschaft eine lebenslange Rente und hält für viel Geld Vorträge über Flugsicherheit.

Ich denke nicht …

Rundfunkbeitrag (oder Zwangsgebühr, oder Radio- und Fernsehsteuer)

Ich habe eine Theorie. Der einzige Grund, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, bzw. sie in die Tat umgesetzt hat, den Laden in Köln in die Luft zu sprengen, ist folgender.

Durch das reichhaltige (oft auch semi-legale) Angebot im Internet und die Flut des Schrotts der Privatsender, bekommen die Menschen oft gar nicht mit, was Ihnen für 17,50 Euro im Monat für ein Käse angedreht wird. Aber weil ich nicht so auf diese dauernde, penetrante, verdummende Werbung stehe, versuche ich, WENN ich fernsehe, die öffentlich-rechtlichen Sender einzuschalten. Ich kann den Fernseher einschalten wann ich will, auf ARD und ZDF läuft NICHTS, was mich interessiert. Der WDR war eine Zeit lang mal ganz gut. Aber mittlerweile wiederholen sich die Beiträge durch unterschiedliche Sendungen. Und dann sind da noch die ganzen alten Kamellen. Ehrlich, mach Dir mal den Spaß und versuche, am Wochenende was auf den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden, dass Dich interessiert. Mission Impossible. An manchen Tagen läuft sogar auf ARD und ZDF stundenlang gleichzeitig Sport. Einsfestival, EinsPlus, ZDFneo, ZFDinfo, zdf.kultur, Phoenix, KiKa und weißdergeiernoch was für Spartensender auf denen tagein tagaus nur Wiederholungen und alte Kacke laufen, aber keinen für Sport? Der ganze totenlangweilige Fahrrad-, Tennis-, Formel-1-, Wintersport- und Reitsportscheiß muss tagelang permanent auf den beiden Hauptsendern laufen? Dass große Veranstaltungen wie eine Fußballweltmeisterschaft oder Olympia gezeigt werden, ist ja okay. Aber der Rest? Und wo ist das Programm, dem sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk verschrieben hat? Bildung? Information? Stattdessen passt man sich so langsam dem Privatfernsehen an. Doku-Scheiß, Gameshows und der ganze Wurst-Sendungs-Dreck.

Hier muss ich kurz erklären, was eine Wurst-Sendung ist. Als Galileo auf Pro7 noch relativ neu war, war es ja tatsächlich eine ganz guckbare Sendung. Aber wenn man jeden Tag um 19:00 Uhr den Erklärbär spielen muss, gehen einem anscheinend die richtig guten Themen irgendwann aus. Dazu kam noch, dass dieses Sendformat durch seine doch recht große Beliebtheit relativ viele Nachahmer fand. Und irgendwann kam der Tag, an dem auf fast allen Sendern zwischen 18:00 und 20:00 Uhr nur noch gezeigt wurde, wie irgendeine x-beliebige Wurst hergestellt wird. Daher der Name Wurst-Sendung. Mittlerweile hat sich das Themengebiet etwas verschoben. Seit dem spielen auch die öffentlich-rechtlichen Sender mit. Jetzt heißen die Formate bei mir Aber-stimmt-das-wirklich-Sendung. Denn jetzt werden die großen Fragen der Menschheit beantwortet. Ist eine Tiefkühlpizza vom Discounter wirklich schlechter als die Teure?

Zurück zum Thema. Wenn man Glück hat, findet man auf ZDFinfo schon mal die ein oder andere gute Dokumentation. 3sat und arte möchte ich von der Kritik weitest gehend ausschließen. Das Programm dieser Sender ist tatsächlich oft ganz sehenswert. Und auch um Einiges kritischer. Das liegt vielleicht daran, dass es Kooperationssender mit Frankreich, Österreich und der Schweiz sind.

Und dann möchte ich dem WDR-Fernsehen im Speziellen noch einen guten Rat mit auf den Weg geben.

16:00 WDR aktuell

17:00 WDR aktuell (in der Lokalzeit)

18:00 WDR aktuell

18:10 Lokalzeit

18:45 Aktuelle Stunde

19:30 Lokalzeit

Allesamt mit ein und denselben Beiträgen. Was seid Ihr? Ein Nachrichtensender? Ist das Gehirnwäsche? Oder sollen wir das auswendig lernen und es wird um 20:00 Uhr bei der Tagesschau abgefragt? Hört auf damit. Das ist furchtbar.

Was den Hörfunk betrifft, ist das Angebot in NRW meiner Meinung nach nicht unbedingt sehr breit gefächert. Zum Glück hat man beim WDR bemerkt, dass die Hörer von WDR 4 mittlerweile alle verstorben sind und jetzt eine neue Generation „alte Leute“ nach rückt. Insgesamt kann man das Radio-Angebot vom WDR wohl durchgehen lassen. Was aber gar nicht geht sind diese ganzen furchtbaren Lokalradios, die alle 10 Minuten ihre nervigen Station-IDs durch die Lautsprecher plärren. Die Angebotene Musikauswahl ist schon ganz gut. Aber von Musik hört man da ja leider nicht viel. Zwischen der ganzen unlustigen Comedy, der überpräsenten Werbung und den total tollen Gewinnspielen hört man, wenn man Glück hat, auch mal ein wenig Musik. Da ich aber über das Finanzierungskonzept der Lokalradios keine Informationen habe, möchte ich auch nicht weiter darauf eingehen. Ich wollte nur mal anmerken, wie nervig sie sind.

Resümee

Ein gutes Medienangebot kostet Geld. Das sehe ich ein. Hintergründe und Themen zu recherchieren braucht Zeit und Geld. Übertragungsrechte kosten Geld. Studios kosten Geld. Gutes Equipment kostet Geld. Der ganze Apparat kostet Geld. Und dann will man ja auch ein mögliches breites Spektrum an Themen abdecken. Verstehe ich alles. Jedoch kostet es keine 17,50 Euro im Monat, zum hundertsten Mal irgendeine Tatort-Folge zu wiederholen und einmal abgedrehte Beiträge in gleich drei Sendungen zu zeigen. Und eines merkt man ganz deutlich: Es ist einfach nicht genug vernünftiges Material vorhanden, um 24 Stunden Sendezeit adäquat zu füllen. Führt doch einfach wieder den Sendeschluss ein. Wer mitten in der Nacht was gucken möchte, kann sich ja in der Mediathek was angucken oder bei Youtube reinschauen.

Gerechtigkeit

Und nun möchte ich noch auf einen ganz anderen Aspekt des sogenannten Rundfunkbeitrages eingehen. Vorweg möchte ich klar stellen, dass ich nicht einer dieser merkwürdigen Reichsbürger bin. Die treten bei dem Thema GEZ ja immer gerne in Aktion. Nein. Ich habe einen Personalausweis der Bundesrepublik Deutschland und meine Staatsangehörigkeit ist „deutsch“. Ob das nun von Rechtswegen her richtig ist oder nicht, juckt mich ehrlich gesagt nicht. Die Mehrheit der Bürger dieses Landes akzeptiert dieses Modell so wie es ist und dazu gehöre ich auch. Das ist wie mit dem Geld. Solang alle daran glauben, funktioniert es. ;-)

Trotzdem … Kritik gibt es zu üben an diesem Rundfunkbeitrag. Was ist mit den Menschen, die weder Radio noch Fernsehen konsumieren? Die auch nicht auf die Online-Angebote der staatlichen Medien zugreifen? Es gibt durchaus Menschen, die das nicht tun. Warum müssen die bezahlen? Natürlich kann man argumentieren, dass es ja heutzutage so einfach ist, diese Medien zu konsumieren. Dass eine Überwachung so gut wie unmöglich ist. Und dass man das Angebot ja nun mal in der Form zur Verfügung stelle, DAMIT es eben so einfach zu konsumieren ist. Außerdem leben wir ja in einer Solidargemeinschaft. Da bezahlt man auch schon mal für etwas, das man nicht in Anspruch nimmt.

Aber mal ganz ehrlich. Wieviel Prozent vom dem was Ihr sendet, kann ICH mir ansehen? 10? Bin ich wirklich so sehr außerhalb der Zielgruppe? ICH fühle mich ja schon ungerecht behandelt. Wie muss es da erst denjenigen gehen, die nur Privatsender konsumieren, weil sie Euer Angebot so gar nicht interessiert? Und wie kann es eigentlich sein, dass das Angebot (auf jeden Fall gefühlt) immer schlechter wird, während doch durch die Umstellung vom GEZ-System auf die Zwangsgebühr pro Gebührenperiode EINE MILLIARDE EURO mehr in Eure Kassen kamen? Ist Euch klar, dass das Geld ist, für das WIR arbeiten gehen? Wenn RTL eine Blödmanns-Sendung nach der anderen sendet, kann mir das egal sein. Ist zwar schade, aber ich muss es ja nicht bezahlen. Dann schalte ich halt um. Aber das was IHR sendet, bezahlen WIR.

Womit ich wieder bei meiner Anfangsfrage wäre. Warum bleibt das Volk so ungerührt davon, dass es gezwungen wird, 210 Euro im Jahr für so einen Schrott abzugeben?