Binäres Denken ablegen – jetzt!

Als echte Ruhrpottgöre kenne ich wahrscheinlich mehr Kraftausdrücke, als jeder hier lebende Ausländer Deutschvokalbeln. Ich bin in der Lage mich derart ordinär zu äußern, dass es jedem Fernfahrer oder Bauarbeiter die Schamesröte ins Gesicht treibt. Ich kann auch das Wort „Erbsensuppenkotze“ rülpsend sagen. Ja, ich kann so ein richtiger Asi sein. Aber mache ich das auch? Natürlich nicht! Okay, manchmal … ;-) Weiterlesen

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Feierabend … Wochenende :-)

Liebe Leser,

heute mal nix mit Politik und Weltuntergang. Seit Tagen versuche ich nämlich, etwas Nachrichten-Diät zu machen, weil es mich, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, irgendwie runter zieht oder runterzieht oder herunter zieht. (Je nachdem auf welcher Schule man war.)

Heute war ich nach der Arbeit bei „meinem“ real,-. Der Parkplatz war brechend voll, vor den drei Leergutautomaten standen … tja … was stand da eigentlich? Kennt Ihr Güterbahnhöfe? Oder Containerhäfen? So ungefähr sah das da aus. Nur dass Weiterlesen

500 Jahre – und nichts hat sich geändert …

Auszug aus Thomas Müntzers Predigt auf dem Schlachtfeld bei Frankenhausen am 15.Mai 1525
„Die Feldpredigt“

(…)
Was seind aber die Fürsten?
Sie seind nichts dann Tyrannen, schinden die Leut, unser Schweiß und Blut vertön sie mit Hoffieren, mit unnützen Pracht, mit Huren und Buben. Es hat Gott geboten in Deuteronomio*, es soll der König nicht viel Pferd bei sich haben und einen großen Pracht führen; auch soll ein König das Gesatzbuch täglich in Händen haben.
Was tun aber unsere Fürsten? Weiterlesen

Lerne etwas Vernünftiges!

Als ich damals auf meinen Schulabschluss zuging, war die Welt irgendwie noch eine andere. Zumindest was den Beruf anging. Die paradiesischen Zustände Ende der 1960er Jahre, von denen mein Vater mir berichtete, gab es zwar in der Form nicht mehr. Trotzdem war alles irgendwie anders. Mein Vater konnte sich noch aussuchen, wo er arbeiten wollte. Der Arbeitgeber mit dem besseren Gehalt, oder anderen tollen Konditionen wurde gewählt. Als ich in der 10ten Klasse mein Zwischenzeugnis bekam, hatte ich die Wahl. Ich hätte eine Nachprüfung in Physik oder Englisch machen können, um die Qualifikation für das Abitur doch noch zu bekommen. Abitur brauchte man damals aber eigentlich nur, wenn man studieren wollte. Also entschied ich mich dafür, auf die Nachprüfung zu pfeifen. Ich wollte lieber eine Ausbildung machen. Was für eine, wusste ich zwar noch nicht. Aber studieren kam gar nicht in Frage. Das war 1992 und ist jetzt 25 Jahre her.

Dann habe ich mit meinem Leben herum experimentiert. Halbherzige Suche nach einer Ausbildung als Arzthelferin (GOTT sei Dank habe ich keine bekommen!!), halbherzige Suche als Rechtsanwalts-Tippse. Auch hier hat mein Schutzengel sich darum gekümmert, dass ich keinen Ausbildungsplatz bekommen habe. Danke an dieser Stelle auch dafür! Naja, das Rumgeiere endete dann in der Übernahme einer Kneipe mit der ich mit Pauken, Trompeten und Schulden nach 4 Monaten unterging. Da war ich 18. Dann habe ich mich darauf besinnt, mein Leben anders anzupacken. Führerschein endlich fertig gemacht und ernsthaft nach einem Ausbildungsplatz für eine kaufmännische Ausbildung gesucht. Da ich für das Jahr etwas spät dran war, vermittelte mich das Arbeitsamt in ein sogenanntes berufsvorbereitendes Jahr. Dort konnte ich schon mal das Grundwissen für eine kaufmännische Ausbildung sammeln. Ich lerne Rechnungswesen, 10-Finger-blind-schreiben und vieles mehr. Man kümmerte sich um unsere Bewerbungen und zwei Zwei-Wochen-Praktika waren ebenfalls Bestandteil dieses Jahres. Das hat mich in die richtige Spur gebracht. Trotzdem waren meine Abschlussnoten von der Gesamtschule nicht die aller tollsten. Mittels Vitamin-B über meine Mutter gelang es mir dann, einen Ausbildungsplatz als Bürokauffrau zu ergattern.

Was für ein unfassbares Glück ich da hatte, war mir damals gar nicht bewusst. Als ich die Schule verließ, galt eigentlich noch eine feste Regel: Wer auf die Hauptschule geht, macht eine handwerkliche Ausbildung. Wer auf die Realschule geht, macht eine kaufmännische Ausbildung. Wer auf das Gymnasium geht, macht Abi und studiert dann. Okay, ich war auf dem Gymnasium. Von dort aus bin ich aber mitten im achten Schuljahr zur Gesamtschule gewechselt. Und dort habe ich dann meinen Schulabschluss nach Klasse 10 gemacht. Also den Realschul-Abschluss oder auch FOR I (Fach-Oberschul-Reife 1). Als ich aber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz war, drängten schon so langsam die ersten Abiturienten in den Ausbildungsmarkt. Sie nahmen den Schulabgängern ohne Abi die guten Ausbildungsplätze weg. Sehr begehrt war die Ausbildung als Industriekaufmann. Denn Industrie hieß in den allermeisten Fällen Großindustrie. Thyssen, Krupp, Siemens, RWE usw. All die riesigen Konzerne, die einen sicheren Hafen für das ganze Leben boten, wenn man sich nicht allzu doof anstellte. Für die Abgänger ohne Abi blieben nur noch die anderen kfm. Berufe. Wie zum Beispiel die Bürokauffrau. Denn das wurde in jedem kleinen Pipibetrieb ausgebildet.

Als ich dann mit meiner Ausbildung fertig war, hatte ich erst einmal andere Sorgen. Ich habe mich nicht mehr mit dem Ausbildungsmarkt in Deutschland beschäftigt. Doch als ich dann bei einem BMW-Händler gearbeitet habe, habe ich live mitbekommen, was sich in den letzten Jahren auf diesem Markt verändert hatte. Denn irgendwann kam der Werkstattleiter und sagte: „So, jetzt ist Schluss! Ich stelle nur noch Azubis mit Abitur ein. Die ganzen Pappnasen, die nicht mal ihren eigenen Namen auf ein Blatt Papier schreiben können, will ich hier nicht mehr sehen.“ Ich habe mich damals gefragt, warum er überhaupt solche Ansprüche stellt. Denn immerhin wurde fast nie ein Azubi in der Werkstatt übernommen. Wie auch? Der Händler war damals ein Betrieb mit ca. 60 Mitarbeitern. Bei meist zwei Azubis pro Lehrjahr und vier Ausbildungsjahren waren dort also im Schnitt immer acht Azubis in der Werkstatt beschäftigt. Hinzu kamen noch die kaufmännischen Azubis. zu einer bestimmten Zeit waren das sogar auch zwei pro Lehrjahr. Also sechs kaufmännische und acht gewerbliche Azubis. Insgesamt also 14 Auszubildende. Das ist für einen Betrieb dieser Größe schon enorm. Wie auch immer. Wer in diesem Betrieb Mechatroniker werden wollte, musste also mindestens Abitur haben. Wer aber Automobilkaufmann werden wollte, sollte ein sehr gutes Abitur haben.

Und jetzt jammert das Handwerk herum, dass sie keine Azubis mehr bekommen. Es will niemand mehr Bäcker oder Maurer werden. Ja wie kommt das bloß? Wenn man den Jugendlichen Jahrzehnte lang einhämmert, dass sie Abitur machen müssen, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, werden sie ihr Abi sicher nicht an eine Bäcker-Lehre „verschwenden“.

Und wenn man mal einen Studenten kennen lernt, oder einen Abiturienten, der sich bereits entschieden hat, was studieren die Leute dann? Genau! BWL! Jeder Schwanz studiert heute BWL. Was soll das? Das ist wieder genauso eine „unbemerkte“ Entwicklung wie damals mit den Abiturienten, die kaufmännische Ausbildungen gemacht haben. Niemand sieht das?

Was auf dem Papier steht ist allerdings etwas anderes als das, was tatsächlich an Fachwissen vorhanden ist. Denn mittlerweile bekommt man das Abitur hinterher geschmissen. Wer heute Abitur macht, ist ungefähr genauso gebildet, wie ein Realschulabgänger vor 20 Jahren. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Aber gut kann das nicht sein. Das Abi ist einfach nichts mehr Wert. Hochschulprofessoren beschweren sich über den grottenschlechten Bildungszustand der Studienbeginner. Tja …

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich das alles hinter mir habe und eine solide und breit gefächerte Berufserfahrung vorweisen kann. Müsste ich heute nochmal ins Berufsleben starten, würde ich mich wohl für Hartz IV entscheiden …

Telefonkultur

Die Telefonkultur unserer Gesellschaft hat sich seit der Erfindung des Telefons deutlich geändert. Bei meiner Oma stand das Telefon mit Wählscheibe an einem festen Ort in der Wohnung. Ganz früher sogar noch mit Brokatüberzug. Das Telefon meiner Eltern hatte dann schon Tasten. Und ein ellenlanges Kabel, damit man jede Ecke in der Wohnung mit dem Telefon in der Hand erreichen konnte. So wusste man immer, wo sich das Telefon gerade befand. Man musste nur dem schwarzen Kabel quer durch die Wohnung nachlaufen. Ende der 1980er Jahre hatten wir dann unser erstes Funktelefon. Wenn man sich mehr als 5 Meter von der Basisstation entferne, musste man die Antenne heraus ziehen, sonst wurde die Verbindung schlecht. Das nächste Funktelefon war dann schon etwas besser. Es verfügte nur noch über eine graue Gummiantenne, ca. sieben oder acht Zentimeter lang. Mit der Einführung des DECT-Standards wurde die Funktelefonie immer sicherer und qualitativ besser.

Alle diese Telefone hatten jedoch etwas gemeinsam: zum Telefonieren musste man zuhause sein. Unterwegs hatte man nur die Möglichkeit, sich eine Telefonzelle zu suchen. Aber es gab noch eine Gemeinsamkeit. Nämlich die Sprachqualität. Störungen in der Leitung gab es selten. Es passierte schon mal, dass man plötzlich eine zweite Verbindung in der Leitung hatte. Dann konnte man das Telefonat zwischen zwei anderen Teilnehmern in der eigenen Leitung hören. Das war aber äußerst selten der Fall. Meistens bzw. fast immer war die Verbindung gut und die Sprachqualität super.

Dann kamen die Mobiltelefone. Zuerst über das C-Netz von der Deutschen Post. Da hatten nur die richtigen Angeber eins. Später, Anfang der 1990er kam aber dann der GSM-Standard mit dem D-Netz. Wer sich für diese „historischen“ Übertragungstechniken interessiert, kann sich das mal bei Wikipedia durchlesen. Auf jeden Fall ging ab da die Post beim mobilen Telefonieren so richtig ab. Plötzlich hatte jeder ein „Handy“. Der Wunsch nach der mobilen Erreichbarkeit war groß. Bevor die Massen sich mit der Mobilfunktechnologie anfreundeten, fanden kurz die Pager einen reißenden Absatz. Aber die konnten sich nicht lange halten. Denn irgendwann hatte einfach jeder ein Handy. Bald gingen viele sogar dazu über, sich gar keinen Festnetzanschluss mehr anzumelden, sondern das Handy auch zuhause zu nutzen. Und damit fing das Elend an.

Mal ganz davon abgesehen, wie sehr das mobile Telefonieren unsere Gesellschaft insgesamt verändert hat, hat es die Telefonkultur natürlich auch total verändert. Und irgendwann hat sich mal jemand gefragt, wie so ein Mobiltelefon eigentlich funktioniert bzw. auf welcher Frequenz es sendet und empfängt. Die ersten Kritiker wurden noch als Verschwörungstheoretiker beschimpft. Heute wird aber nur noch von wenigen Menschen bestritten, dass es ungesund sein kann, sich das Mobiltelefon beim Telefonieren an den Kopf zu halten. Und das ist wohl auch mit ein Grund für das Elend, welches heute vorherrscht.

Womit ich endlich beim eigentlichen Thema bin. Dieses unsägliche Telefonieren über den Lautsprecher des Telefons. Es ist furchtbar. Man hört sich selber sprechen, man hört furchtbare Nebengeräusche, die eigene Übertragung wird stumm geschaltet, wenn die Nebengeräusche zu laut werden (weil das Telefon ja dann denkt, derjenige würde sprechen). Dann fangen beide gleichzeitig an, zu sprechen, weil der eine denkt, der andere würde eine Sprechpause machen. Und überhaupt ist die Klangqualität grottenschlecht. Für jemanden wie mich, der täglich mehrere Stunden beruflich telefoniert, ist das an manchen Tagen eine echte Tortur. Wirklich! So kann man einfach nicht vernünftig kommunizieren. Mal ganz davon abgesehen, dass einige Menschen ja auch schon dazu übergegangen sind, in aller Öffentlichkeit über den Lautsprecher ihres Handys zu telefonieren. Da kann dann der ganze Bus das Gespräch mit verfolgen. Wie schön …

Warum mich das so aufregt? Weil die Kommunikation per Telefon an sich schon eine unnatürlich Art der Kommunikation ist. Es fehlen Gesten, Mimik und Körperhaltung. Fällt aber jetzt auch noch die klare Verständlichkeit weg, ist, zumindest bei mir, der Ofen aus. Es nervt einfach nur. Durch die Verzögerung fällt man sich ständig gegenseitig ins Wort. Dann hören beide auf zu sprechen, weil man den anderen ja nicht unterbrechen will. Dann fangen beiden wieder gleichzeitig an zu sprechen, weil man ja hört, dass der andere seinen Ansatz abgebrochen hat. Es ist einfach furchtbar. Daher plädiere ich an die Menschen: Hört auf, über Lautsprecher zu telefonieren. Hört bitte auf damit!

Das ist mir alles zuviel – Teil II

Krieg

Ob der eine Neandertaler aus Höhle A dem anderen Neandertaler aus Höhle B mit der Keule was auf die Glocke haut, oder die USA den Irak mit Drohnen bombardieren. Letztendlich geht es doch immer nur ums „Haben wollen“. Entweder setzt sich jemand zur Wehr, weil der andere sein Haben-Wollen mit großem Nachdruck und unlauteren Mitteln durchsetzen will, oder jemand der haben will, greift einfach hinterrücks an. Aber wenn man alle, alle Kriege, die die Menschheit jemals geführt hat – egal, um was es vordergründig ging – einmal auf den aller ersten Impuls zurück verfolgt, wollte doch immer irgendeiner irgendetwas haben. Land, Macht, Bodenschätze, Geld, seine Ruhe. Niemals geht es wirklich um Gerechtigkeit oder Demokratie. Wenn es so wäre, könnte man nämlich auf Kriege verzichten.

Das ist Unsinn? Ein kleines Beispiel. Eine Familie mit drei Kindern. Der Vater ist ein Despot. Er schlägt Frau und Kinder ab und zu, geht fremd und ist auch sonst ein ziemliches Arschloch. Aber er geht arbeiten und versorgt die Familie; zumindest finanziell. Er hat mit diesem Geld ein schönes Haus mit einem großen Garten gebaut. Nun kommt ein Sondereinsatzkommando des Jugendamtes und erschießt den Vater vor den Augen der Familie. Es trümmert die ganze Bude kurz und klein und tötet dabei das jüngste der Kinder. In dessen Kinderzimmer ist nämlich ein Sprengsatz detoniert, der eigentlich nur zur Ablenkung dienen sollte. Dann werden drei bis an die Zähne bewaffnete Soldaten abgestellt. Zwei davon stehen rund um die Uhr vor der Tür des nur noch als Ruine zu identifizierenden Hauses. Der dritte quartiert sich im einzigen noch bewohnbaren Zimmer des Hauses ein. Und ohne dass die Frau oder die Kinder gefragt wurden, übernimmt er die Rolle des Vaters. Ich meine, okay, der Despot ist tot. Aber das jüngste Kind auch (Kollateralschaden) und der Rest der Familie steht vor einer zerstörten Existenz mit einem Mann als Familienoberhaupt, den niemand wollte. Wäre da eine Eheberatung oder Scheidung nicht sinnvoller gewesen? Das, was die Menschen seit tausenden von Jahren machen, hilft niemandem. Außer der Rüstungsindustrie …

Das Zinseszins-Prinzip

Mir ist schleierhaft, wie man eine Methode entwickeln kann, die Stabilität und Gerechtigkeit herstellen soll, jedoch auf exponentiellem Wachstum beruht. Als Kind im Grundschulalter habe ich irgendwann erfahren, wie viele Menschen auf dem Planeten damals lebten. Das waren so um die 5 Mrd. Und dann wurde mir klar, dass das nicht nur nicht ewig so weitergehen kann, sondern dass es auch immer schneller nicht so weiter gehen kann. Denn in der Natur gibt es auch kein unendliches exponentielles Wachstum. Es gibt keine 300 Meter hohen Bäume, keine 500 Meter langen Wale, und es gibt keine unendlich großen Sterne. Denn irgendwann brechen sie alle Unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammen. Nun kann man natürlich sagen, dass das meiste Geld ja nur noch digital ist und deswegen keine bis kaum Schwerkraft erzeugt. Aber es geht ja eigentlich um den SINN des unendlichen Wachstums. Alles was ist hört irgendwann auf zu wachsen bzw. verlangsamt sein Wachstum so stark, dass es sehr große Zeiträume benötigt, um es überhaupt noch wachsen sehen zu können. Und das hat seinen Grund. Wachstum ist nur so lange notwendig, bis ein Lebewesen oder eine Pflanze eine Größe erreicht hat, welche ihm die optimale Voraussetzung schafft, in seinem Lebensraum überleben zu können. Wird es zu groß, benötigt es so viel Energie, dass es sich selbst nicht mehr am Leben erhalten kann, da es die benötigte Energie nicht mehr zuführen kann. Mit dem Zinseszins ist es ähnlich. Die Zinsen, die auf Zinsen und Guthaben gebucht werden, sind Geld, das irgendwo her kommen muss. Das bedeutet, das exponentielle Wachstum muss sich von irgendetwas ernähren. Vielleicht habe ich das Finanzsystem nicht verstanden. Aber nach meinem Bauchgefühl funktioniert das nicht ewig. Hinzu kommt noch, dass die heutige Geldmenge nicht mehr im Ansatz irgendeinem Gegenwert in Form von Bargeld oder gar Edelmetallen entspricht. Auch nicht einem Gegenwert in Stühlen, Tischen, Autos oder was auch immer man sich materielles vorstellen kann. Sie ist längst darüber hinaus gewachsen. Wen das interessiert, dem empfehle ich dieses Video. (Wer die 2 Stunden Zeit hat, sollte sich das ganze Video ansehen. Für die mit weniger Zeit habe ich es zu der relevanten Stelle „vorgespult“.)

Politiker

Politiker haben Verantwortung. Sie entscheiden für oder gegen Dinge, die Auswirkungen auf alle im Land lebenden Menschen haben. Je nach Art des Politikers verringert sich die Anzahl der Menschen auf die die Entscheidung eine Auswirkung hat (Bund, Land, Kommune). Ein Mitspracherecht hat der einzelne Mensch jedoch nicht. Der Mensch wählt eine Partei (oder auch nicht) und wird dann von der Partei regiert, welche die meisten Stimmen erhält. FALSCH! Ein Mensch wird nicht regiert. Das LAND wird regiert. Mach Dich also mal von der Vorstellung frei, dass DU regiert wirst. Ein Politiker steht im Dienste des Volkes. Also in Deinem Dienst. Er soll Deine Interessen vertreten, Dir ein angenehmes Leben ermöglichen und Dich im Ausland vertreten. Es ist natürlich schwer, die Interessen eines jeden einzelnen der ca. 80 Mio. in Deutschland lebenden Menschen zu vertreten. Und dann auch noch die ganzen Konzerne. Da kann einem schon schwindelig werden. Teilweise ist es auch unmöglich weil die Anforderungen zu gegensätzlich sind. Also muss man einen gemeinsamen Nenner finden oder eine Seite auf der Strecke lassen. Meistens sind es auch mehr als nur zwei gegensätzliche Anforderungen. Der Job eines Politikers ist also alles andere als leicht. Alle Eltern von mehr als einem Kind wissen das.

Wenn man einen schwierigen Job mit viel Verantwortung hat, ist die Ausbildung oft lang und hart. Schiffs- und Flugkapitäne können ein Lied davon singen. Auch Polizisten, Ärzte, Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter wissen natürlich was ich meine. Aber ich muss mich auf ein Beispiel konzentrieren. Also nehmen wir einfach mal den Piloten. Der macht eine ziemlich lange Ausbildung bis er eine Vekehrsmaschine fliegen darf. Erst mal muss er ca. 60.000 Euro auf den Tisch legen (oder bekommt sie vorfinanziert), damit er die Ausbildung überhaupt beginnen darf. Dann folgt ein Eignungstest in den Disziplinen, die für die spätere Ausübung des Berufs wichtig sind. Hier werden übrigens auch psychologische Komponenten getestet. Danach kommt die Ausbildung. Ist diese absolviert kann der angehende Pilot die sogenannte Verkehrspilotenlizenz machen. Sobald er diese hat, darf er Co-Pilot sein. Hat er dann noch weitere 1.500 Flugstunden absolviert, darf er dann endlich als verantwortlicher Kapitän auf Verkehrsflugzeugen arbeiten. Und warum der ganze Aufstand? Weil es um Menschenleben und sehr, sehr teure Flugzeuge geht. Fragt man einen Flugkapitän, wird er wahrscheinlich immer antworten, dass er stolz ist auf das, was er tut. Dass er viel Verantwortung hat und seinen Job mit Ehre und Anstand macht. Wie ein Schiffskapitän, der immer als letzter das sinkende Schiff verlässt.

Findet man auch nur irgendetwas von diesem Gleichnis in unserer heutigen Regierung wieder? Eine gute, lange und harte Ausbildung (selbst finanziert!), die einen Politiker für seinen Job qualifiziert? Und ich rede hier nicht von einem daher gelaufenen BWL-Studium. Vielleicht gilt noch ein Jura-Studium. Aber nur, wenn man Justizminister werden will (Glückwunsch, Herr Maas). Aber nur weil man Rechtswissenschaften studiert hat, ist man ja noch keine richtige Besetzung für das Amt eines Politikers. Neben den Hard Skills wären da ja auch noch die Soft Skills. Kurzum, man sollte nicht nur Ahnung von der Materie haben sondern auch menschlich, psychisch dafür geeignet sein. Immerhin trägt man sehr viel Verantwortung. Und wie sagte schon Spidermans Onkel? Aus großer Macht erwächst große Verantwortung.

Bleiben wir beim Beispiel der Bundespolitik. Denn je weiter man seinen Blick auf der Politik-Leiter nach oben wendet, desto mehr scheint es so, als würde sich die Politik vom Volk entfernen. (Oh weh, Herr Maas, ich habe schon wieder Volk gesagt. Bitte nicht böse sein.) Wenn man Politiker ist, kann man nicht Diener zweier Herren sein. Das geht vielleicht als Subunternehmer am Bau, aber sicher nicht im Bundestag. Als Politiker muss man sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Und die ist es, die für die in Deutschland lebenden Menschen beste Entscheidung zu treffen. Dazu benötigt man viel Zeit. Ein 16-Stunden-Tag ist keine Seltenheit bei Spitzenpolitikern. Trotzdem bin ich der Auffassung, ein Politiker dürfte nur diesen einen Job machen – keinen zweiten. Ein Nebenjob, wie auch immer geartet, dürfte nicht erlaubt sein. Die Gefahr, etwas nicht mehr objektiv betrachten zu können, ist einfach zu groß.

Und jetzt kommt eine ganz steile Forderung. Achtung, hinsetzen! Ich wäre dafür, dass Politiker mehr Geld verdienen. Huch? Jaja, sie sollen so viel Geld verdienen, dass sie nicht mehr wissen wohin damit. Und warum? Naja, warum verdienen denn Spitzenmanager so einen Haufen Geld? Sie haben viel Verantwortung, sollen sich nicht korrumpieren lassen und einen guten Job machen. Warum geht eine Bundeskanzlerin mit ca. 200.000 Euro im Jahr nach Hause, während Vorstände von Großkonzernen mehrere Millionen im Jahr nachhause schleppen? Es gibt Abteilungsleiter in Konzernen, die mehr verdienen als unsere Bundeskanzlerin. Wenn man auf der Ebene argumentiert, könnte man natürlich auch verlangen, dass eine Kindergärtnerin das Doppelte von dem verdient, was ein Sachbearbeiter bei einem Elektronikkonzern bekommt. Und das mit Recht. Aber bleiben wir bei den Politikern und versuchen mal, es auf den Kern zu bringen. Ein Politiker macht auch nur einen Job. Den soll er aber gewissenhaft, mit Anstand und Ehre machen. Er soll nicht nur gut sondern hervorragend ausgebildet sein und er soll die menschlichen Voraussetzungen für den Job mitbringen. Er soll stets loyal sein und hat dabei die Verantwortung, von Millionen von Menschen. Und bleiben wir mal beim Beispiel der Kanzlerin … Das alles für 16 Mille im Monat? Ich weiß ja nicht.

Aber natürlich ist an mehr Geld auch etwas anderes gekoppelt. Sanktionen oder Strafen! Denn ich empfinde es nämlich auch als ungerecht, dass Politiker für ihre Fehlentscheidungen nicht adäquat zur Verantwortung gezogen werden. Das löst jetzt in meinem Kopf die totale Verwirrung aus. Wie könnte so etwas aussehen? Wer entscheidet das? Gerichte? Wird da ein ganzes Ministerium angeklagt, oder nur der einzelne Minister? Ist es möglich, einen Streitwert zu ermitteln? Gibt es dafür überhaupt Gesetze? Das alles weiß ich nicht. Es kann aber nicht richtig sein, dass Kriege ohne UNO-Mandat geführt werden, und niemand vor dem Kriegsgericht landet. Es kann auch nicht sein, dass ein Flughafen mit Milliarden von Steuergeldern (unter anderem) gebaut wird, der dann nicht genutzt werden kann, und niemand sich vor einer Finanzbehörde verantworten muss. Gleiches gilt natürlich für Bahnhöfe, Opern, Brücken, Umgehungsstraßen und viele, viele andere Milliardengräber, auch Projekte genannt.

Um wieder auf das eingangs erwähnte Beispiel des Piloten zu kommen. Die Maschine stürzt ab. Alle tot. Nur er überlebt, steigt aus und sagt. „Uuuups, falscher Knopf.“ Danach bekommt er von der Fluggesellschaft eine lebenslange Rente und hält für viel Geld Vorträge über Flugsicherheit.

Ich denke nicht …

Rundfunkbeitrag (oder Zwangsgebühr, oder Radio- und Fernsehsteuer)

Ich habe eine Theorie. Der einzige Grund, warum noch niemand auf die Idee gekommen ist, bzw. sie in die Tat umgesetzt hat, den Laden in Köln in die Luft zu sprengen, ist folgender.

Durch das reichhaltige (oft auch semi-legale) Angebot im Internet und die Flut des Schrotts der Privatsender, bekommen die Menschen oft gar nicht mit, was Ihnen für 17,50 Euro im Monat für ein Käse angedreht wird. Aber weil ich nicht so auf diese dauernde, penetrante, verdummende Werbung stehe, versuche ich, WENN ich fernsehe, die öffentlich-rechtlichen Sender einzuschalten. Ich kann den Fernseher einschalten wann ich will, auf ARD und ZDF läuft NICHTS, was mich interessiert. Der WDR war eine Zeit lang mal ganz gut. Aber mittlerweile wiederholen sich die Beiträge durch unterschiedliche Sendungen. Und dann sind da noch die ganzen alten Kamellen. Ehrlich, mach Dir mal den Spaß und versuche, am Wochenende was auf den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden, dass Dich interessiert. Mission Impossible. An manchen Tagen läuft sogar auf ARD und ZDF stundenlang gleichzeitig Sport. Einsfestival, EinsPlus, ZDFneo, ZFDinfo, zdf.kultur, Phoenix, KiKa und weißdergeiernoch was für Spartensender auf denen tagein tagaus nur Wiederholungen und alte Kacke laufen, aber keinen für Sport? Der ganze totenlangweilige Fahrrad-, Tennis-, Formel-1-, Wintersport- und Reitsportscheiß muss tagelang permanent auf den beiden Hauptsendern laufen? Dass große Veranstaltungen wie eine Fußballweltmeisterschaft oder Olympia gezeigt werden, ist ja okay. Aber der Rest? Und wo ist das Programm, dem sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk verschrieben hat? Bildung? Information? Stattdessen passt man sich so langsam dem Privatfernsehen an. Doku-Scheiß, Gameshows und der ganze Wurst-Sendungs-Dreck.

Hier muss ich kurz erklären, was eine Wurst-Sendung ist. Als Galileo auf Pro7 noch relativ neu war, war es ja tatsächlich eine ganz guckbare Sendung. Aber wenn man jeden Tag um 19:00 Uhr den Erklärbär spielen muss, gehen einem anscheinend die richtig guten Themen irgendwann aus. Dazu kam noch, dass dieses Sendformat durch seine doch recht große Beliebtheit relativ viele Nachahmer fand. Und irgendwann kam der Tag, an dem auf fast allen Sendern zwischen 18:00 und 20:00 Uhr nur noch gezeigt wurde, wie irgendeine x-beliebige Wurst hergestellt wird. Daher der Name Wurst-Sendung. Mittlerweile hat sich das Themengebiet etwas verschoben. Seit dem spielen auch die öffentlich-rechtlichen Sender mit. Jetzt heißen die Formate bei mir Aber-stimmt-das-wirklich-Sendung. Denn jetzt werden die großen Fragen der Menschheit beantwortet. Ist eine Tiefkühlpizza vom Discounter wirklich schlechter als die Teure?

Zurück zum Thema. Wenn man Glück hat, findet man auf ZDFinfo schon mal die ein oder andere gute Dokumentation. 3sat und arte möchte ich von der Kritik weitest gehend ausschließen. Das Programm dieser Sender ist tatsächlich oft ganz sehenswert. Und auch um Einiges kritischer. Das liegt vielleicht daran, dass es Kooperationssender mit Frankreich, Österreich und der Schweiz sind.

Und dann möchte ich dem WDR-Fernsehen im Speziellen noch einen guten Rat mit auf den Weg geben.

16:00 WDR aktuell

17:00 WDR aktuell (in der Lokalzeit)

18:00 WDR aktuell

18:10 Lokalzeit

18:45 Aktuelle Stunde

19:30 Lokalzeit

Allesamt mit ein und denselben Beiträgen. Was seid Ihr? Ein Nachrichtensender? Ist das Gehirnwäsche? Oder sollen wir das auswendig lernen und es wird um 20:00 Uhr bei der Tagesschau abgefragt? Hört auf damit. Das ist furchtbar.

Was den Hörfunk betrifft, ist das Angebot in NRW meiner Meinung nach nicht unbedingt sehr breit gefächert. Zum Glück hat man beim WDR bemerkt, dass die Hörer von WDR 4 mittlerweile alle verstorben sind und jetzt eine neue Generation „alte Leute“ nach rückt. Insgesamt kann man das Radio-Angebot vom WDR wohl durchgehen lassen. Was aber gar nicht geht sind diese ganzen furchtbaren Lokalradios, die alle 10 Minuten ihre nervigen Station-IDs durch die Lautsprecher plärren. Die Angebotene Musikauswahl ist schon ganz gut. Aber von Musik hört man da ja leider nicht viel. Zwischen der ganzen unlustigen Comedy, der überpräsenten Werbung und den total tollen Gewinnspielen hört man, wenn man Glück hat, auch mal ein wenig Musik. Da ich aber über das Finanzierungskonzept der Lokalradios keine Informationen habe, möchte ich auch nicht weiter darauf eingehen. Ich wollte nur mal anmerken, wie nervig sie sind.

Resümee

Ein gutes Medienangebot kostet Geld. Das sehe ich ein. Hintergründe und Themen zu recherchieren braucht Zeit und Geld. Übertragungsrechte kosten Geld. Studios kosten Geld. Gutes Equipment kostet Geld. Der ganze Apparat kostet Geld. Und dann will man ja auch ein mögliches breites Spektrum an Themen abdecken. Verstehe ich alles. Jedoch kostet es keine 17,50 Euro im Monat, zum hundertsten Mal irgendeine Tatort-Folge zu wiederholen und einmal abgedrehte Beiträge in gleich drei Sendungen zu zeigen. Und eines merkt man ganz deutlich: Es ist einfach nicht genug vernünftiges Material vorhanden, um 24 Stunden Sendezeit adäquat zu füllen. Führt doch einfach wieder den Sendeschluss ein. Wer mitten in der Nacht was gucken möchte, kann sich ja in der Mediathek was angucken oder bei Youtube reinschauen.

Gerechtigkeit

Und nun möchte ich noch auf einen ganz anderen Aspekt des sogenannten Rundfunkbeitrages eingehen. Vorweg möchte ich klar stellen, dass ich nicht einer dieser merkwürdigen Reichsbürger bin. Die treten bei dem Thema GEZ ja immer gerne in Aktion. Nein. Ich habe einen Personalausweis der Bundesrepublik Deutschland und meine Staatsangehörigkeit ist „deutsch“. Ob das nun von Rechtswegen her richtig ist oder nicht, juckt mich ehrlich gesagt nicht. Die Mehrheit der Bürger dieses Landes akzeptiert dieses Modell so wie es ist und dazu gehöre ich auch. Das ist wie mit dem Geld. Solang alle daran glauben, funktioniert es. ;-)

Trotzdem … Kritik gibt es zu üben an diesem Rundfunkbeitrag. Was ist mit den Menschen, die weder Radio noch Fernsehen konsumieren? Die auch nicht auf die Online-Angebote der staatlichen Medien zugreifen? Es gibt durchaus Menschen, die das nicht tun. Warum müssen die bezahlen? Natürlich kann man argumentieren, dass es ja heutzutage so einfach ist, diese Medien zu konsumieren. Dass eine Überwachung so gut wie unmöglich ist. Und dass man das Angebot ja nun mal in der Form zur Verfügung stelle, DAMIT es eben so einfach zu konsumieren ist. Außerdem leben wir ja in einer Solidargemeinschaft. Da bezahlt man auch schon mal für etwas, das man nicht in Anspruch nimmt.

Aber mal ganz ehrlich. Wieviel Prozent vom dem was Ihr sendet, kann ICH mir ansehen? 10? Bin ich wirklich so sehr außerhalb der Zielgruppe? ICH fühle mich ja schon ungerecht behandelt. Wie muss es da erst denjenigen gehen, die nur Privatsender konsumieren, weil sie Euer Angebot so gar nicht interessiert? Und wie kann es eigentlich sein, dass das Angebot (auf jeden Fall gefühlt) immer schlechter wird, während doch durch die Umstellung vom GEZ-System auf die Zwangsgebühr pro Gebührenperiode EINE MILLIARDE EURO mehr in Eure Kassen kamen? Ist Euch klar, dass das Geld ist, für das WIR arbeiten gehen? Wenn RTL eine Blödmanns-Sendung nach der anderen sendet, kann mir das egal sein. Ist zwar schade, aber ich muss es ja nicht bezahlen. Dann schalte ich halt um. Aber das was IHR sendet, bezahlen WIR.

Womit ich wieder bei meiner Anfangsfrage wäre. Warum bleibt das Volk so ungerührt davon, dass es gezwungen wird, 210 Euro im Jahr für so einen Schrott abzugeben?

Das ist mir alles zuviel – Teil I

Rechte, Linke, Gammelfleisch-Skandal, Ebola, H5N1, Zika-Virus, Terroranschläge, Amokläufer, Russland-Bashing, Türkei-Bashing, Deutschen-Bashing, Krieg hier, Krieg da, Flüchtlinge, doch keine Flüchtlinge und dazwischen Frauentausch, Köln 50667, Berlin Tag und Nacht, Mein Lokal Dein Lokal, Auf Streife, Betrugsfälle, Exclusiv, Verdachtsfälle, Der Trödeltrupp, Bauer sucht Frau, Schwiegertochter gesucht, The Biggest Looser, taff, GZSZ, Galileo, Hitlers Helfer, hunderte von Crime-Serien … und natürlich um 20:00 Uhr die Tagesschau (wenn überhaupt).

Und dann? Alle vier Jahre wählen gehen und sich einreden, man hätte damit Einfluss auf die Politik und das Geschehen im Land genommen? Weil man durch das o. g. TV-Programm ja so gut informiert ist? Kreuz gemacht, Pflicht getan, die nächsten vier Jahre wieder nur Frauentausch gucken?

Irgendwie kommt mir das … naja sagen wir mal… nicht richtig vor. Es fühlt sich falsch an und das ist es wahrscheinlich auch. (Eine reine Mutmaßung meinerseits, Herr Maas. Bitte nicht das Rollkommando schicken. Ich bin gemäßigt und eigentlich auch ganz nett.)

Und weil es sich so falsch anfühlt, habe ich nun die letzten schätzungsweise 2 Jahre damit verbracht, mich zu informieren. Nicht nur politisch, möchte ich hinzufügen. Ich lese Spiegel- und FAZ-Artikel genauso, wie ich Kopp-Online und Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten lese. Die Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen genauso, wie KenFM und NuoViso. (Diese genannten Informationsquellen sollen nur als Beispiel dienen. Es gibt noch hunderte Andere.) Streng nach der Prämisse, wenn man ein Urteil fällen will, muss man immer BEIDE Seiten hören. Und ich habe mir über den ganzen Zeitraum immer sehr viel Mühe gegeben, mich letztendlich nicht vollkommen auf eine der beiden Seiten ziehen zu lassen. Ich denke, es ist mir einigermaßen geglückt.

Aber jetzt, nach diesen fast 2 Jahren, muss ich feststellen, dass nichts für mich einfacher geworden ist. Keine Meldung, kein Ereignis, einfach Nichts lässt mehr sich „mal eben“ oder „einfach so“ bewerten. Was ist die Konsequenz daraus? Höre ich jetzt einfach damit auf? Gucke ich ab sofort wieder Frauentausch? (Auch nur ein Beispiel. Nichts könnte mich dazu bringen, auch nur eine Folge von diesem Schrott zu gucken.) Nein, das geht jetzt leider nicht mehr. Denn ist es ist wie mit der blauen und der roten Pille bei Matrix. Ich habe mich für die Rote entschieden und bin in einer Realität aufgewacht, die so konfus und hässlich ist, dass ich manchmal (aber wirklich nur manchmal)wünsche, ich hätte es nie angefangen.

Das Problem an der Sache ist, dass es einfach zuviel wird. ÜBERALL wird gelogen und betrogen, verheimlicht und vertuscht, aufgebauscht und ausgedacht. EGAL auf welcher Seite. Wer sagt die Wahrheit? Was ist wirklich passiert? Welche Informationen fehlen, um den Sachverhalt richtig zu bewerten? Geht das überhaupt? Und dann gibt es da natürlich noch die offensichtlichen Lügen, die alleine schon mit gesundem Menschenverstand zu durchschauen sind. Und ich möchte noch einmal ganz ausdrücklich sagen, dass ich hier nicht nur von Politik rede! Doch was kann ich tun? Bin ich durch meine neu gewonnen Erkenntnisse dafür verantwortlich, eine Änderung der offensichtlichen Schieflagen in Gang zu setzen? Habe ich überhaupt wirkliche Erkenntnisse?
Auf einschlägigen Internetseiten wird den sogenannten Aufgewachten immer geraten, Netzwerke zu bilden. Sich mit Gleichgesinnten (oder gleich Gesinnten?) auszutauschen. Okay, ich habe relativ früh Feierabend, einen überschaubaren Freundeskreis und außer Sport eigentlich keine Hobbies. Aber was würde das bringen? Was lässt sich dadurch bewirken oder gar ändern, dass sich fünf oder zehn Leute irgendwo treffen und über die „Lügenpresse“ schimpfen? Sie machen doch nichts anderes, als sich gegenseitig in ihren Meinungen bestärken. „Die da oben machen, was sie wollen und nehmen keine Rücksicht auf das Volk!“ (Oh, habe ich „Volk“ gesagt? Tut mir Leid, Herr Maas.) Und egal, wieviel Mühe die alternativen Medien sich geben, am Ende schreit der Mainstream immer „Verschwörungstheoretiker!“. Und egal, wieviel Mühe sich die Mainstream-Medien geben, am Ende schreit die alternative Szene immer „Lügner!“.

Und so passiert, was überall passiert. Wir lassen uns in nette, leicht verdauliche Häppchen einteilen. Keiner will mit dem Anderen etwas zu tun oder, Gott bewahre, gemeinsam haben. Rechte vs. Linke, Christen vs. Moslems, Mainstream vs. Alternativ, Schulmedizin vs. Homöopathie, Playstation vs. Xbox, Biologisch vs. Konventionell, Männer vs. Frauen, Gender vs. Anti-Gender, Astronomen vs. Astrologen, BMW vs. Mercedes, Wissenschaft vs. Gläubige, Android vs. iOS, Blondinen vs. Brünette, Araber vs. Juden, Hetero- vs. Homosexuelle, Omnivoren vs. Veganer, Autofahrer vs. Radfahrer, Radfahrer vs. Fußgänger, Fußgänger vs. Rollerskater, Prepper vs. In-den-Tag-hinein-Leber, Hipster vs. Normalo, Pils vs. Alt, Bayern vs. Preußen, Angels vs. Bandidos, Gläubige vs. Ungläubige, Kapitalismus vs. Sozialismus, Ost vs. West, Demokratie vs. Diktatur, Elite vs. Volk, westliche Wertegemeinschaft vs. Rest der Welt. – Teile und herrsche!

Außer mit ganz krassen Drogen, ist es mir wahrscheinlich nicht mehr möglich mich derart zu betäuben, als dass ich über das alles nicht mehr nachdenken würde. Zumal ich sowieso ganz schlecht wegsehen kann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Und weil mir vieles so sehr gegen den Strich geht, endet jetzt der Teil, in dem ich allgemein um den heißen Brei herum rede. Eine Lösung für mein Dilemma werde ich vorerst nicht finden.

Weiter geht’s im nächsten Teil mit dem, was mir wirklich gegen den Strich geht.